Finanzspritze für Viadukt in Rabenstein
Für das denkmalgeschützte Eisenbahnviadukt in Rabenstein ist Rettung in Sicht. Der Freistaat hilft der Stadt Chemnitz bei der Sanierung mit 1,5 Millionen Euro - der Fördermittelbescheid wurde am Donnerstag direkt vor Ort an Baubürgermeister Michael Stötzer übergeben. Das Geld stammt aus dem ehemaligen DDR-Parteivermögen.
Die Stahlbrücke, die als Fuß- und Radweg genutzt wird, wartet seit Jahren auf eine Sanierung. Bisher fehlte dafür das Geld. Jetzt will die Stadt so schnell wie möglich mit den Arbeiten beginnen.
Das Viadukt ist 122 Jahre alt und gehört zu den ältesten Stahlbaubrücken in Deutschland. Bisher konnte nichts daran instand gesetzt werden. Lediglich ein Widerlager ist 2010 saniert worden. Nun sollen das Stahlfachwerk und die Sockel saniert werden, auch eine neue Beleuchtung und ein Geländer sind vorgesehen. Außerdem will die Stadt die Brücke mit LED-Schweinwerfern anstrahlen lassen.
Historie
Der Bau des Eisenbahnviadukts Rabenstein mit einer Gesamtlänge von 150 Metern und einer Höhe von 23 Metern erfolgte 1897 durch die Königlich Sächsische Staatseisenbahndirektion und kostete 91.221 Reichsmark. Es wurden durch hunderte von Menschen in reiner, präziser Handarbeit insgesamt 308 Tonnen Stahl verbaut. Im Jahre 1950 musste der Zugverkehr eingestellt werden, da die Gleise als Kriegsreparationsleistung demontiert wurden.
Im Jahre 1985 wurde unter Federführung des Naherholungszentrums Oberrabenstein der ehemalige Brückengleisträger mit einem Betonbelag versehen sowie Geländer und Beleuchtung angebracht. Damit entstand ein Panoramawanderweg, von dem aus man eine wunderbare Fernsicht über Chemnitz bis zum Kamm des Erzgebirges hat.