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Fraunhofer sucht Partner für High-Tech-Klebekugeln

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Kleben klingt nach Basteltisch. Tube auf, Klebstoff drauf, fertig. In der Industrie ist das allerdings deutlich komplizierter. Dort müssen Bauteile exakt verbunden werden. Klebstoffe müssen sauber dosiert, aufgetragen und oft zusätzlich ausgehärtet werden. Genau diesen Prozess wollen das Fraunhofer IAP und das das Chemnitzer Fraunhofer IWU jetzt einfacher machen.

Die Forscher arbeiten an winzigen Mikrokapseln. In ihnen steckt ein reaktiver Zweikomponenten-Klebstoff. Solange die Kapseln geschlossen sind, passiert nichts. Der Klebstoff bleibt sicher eingeschlossen. Erst wenn Druck entsteht, platzen die kleinen Kugeln auf. Dann treffen die beiden Komponenten aufeinander, reagieren miteinander und bilden eine feste Verbindung.

Oder ganz einfach gesagt: Draufdrücken — klebt.

Kleben bei Raumtemperatur

Der große Vorteil dieser Technik: Die Aktivierung passiert erst beim Verpressen der Bauteile. Und zwar bei Raumtemperatur. Zusätzliche Hitze oder weitere Aushärtungsschritte sind nicht nötig. Das kann industrielle Abläufe vereinfachen und Zeit sparen.

Auch beim Arbeitsschutz könnte die Technik helfen. Weil der Klebstoff zunächst in den Mikrokapseln eingeschlossen ist, kommen Mitarbeiter weniger direkt mit offenen reaktiven Komponenten in Kontakt. Fraunhofer setzt außerdem auf isocyanatfreie Klebstoffsysteme auf Basis von Acrylaten oder Epoxiden.

Klebstoff als Zwischenlage

Im nächsten Schritt sollen die Mikrokapseln auf flächige Trägermaterialien gebracht werden. Das können textile Träger, Fasergewirke oder andere flächige Materialien sein. Daraus entsteht eine Art klebende Zwischenlage. Sie wird zwischen zwei Bauteile gelegt und entfaltet ihre Wirkung erst, wenn die Teile zusammengepresst werden.

Interessant ist das unter anderem für die Automobilindustrie, etwa bei Batterie-Stacks. Auch Maschinenbau, Elektronikfertigung oder Bauteile mit feinen Kanälen kommen infrage.

Jetzt sucht Fraunhofer Partner aus Industrie und Forschung. Sie sollen konkrete Bauteile, Trägermaterialien oder Montageprozesse einbringen. So soll sich zeigen, ob die High-Tech-Klebekugeln nicht nur im Labor funktionieren, sondern auch in echten Werkhallen.