Görlitzer Forscher mit Beitrag im Kampf gegen Krebs
Wissenschaftler des Casus-Forschungsinstituts Görlitz wollen einen Beitrag im Kampf gegen den Krebs leisten. Sie sammeln Millionen Datensätze aus Krebszentren in Europa und entwickeln mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz personalisierte Behandlungsprogramme.
Sie tragen keinen Arztkittel, sondern Jeans, Shirt und Oberhemd. Ein Team von vier Wissenschaftlern ruft derzeit Tausende Daten ab. Sie werden vom Netzwerk „Pioneer“ zur Verfügung gestellt. Das europäische Konsortium stellt die Unterlagen von Tausenden von Prostatakrebspatienten bereit – verschlüsselt und anonymisiert, also datenschutzkonform. Casus-Direktor, Professor Roland Sauerbrey: „Derzeit gibt es bestimmte Protokolle, denen die Mediziner folgen. Sie sind aber meist nicht personalisiert, sondern richten sich nach allgemeinen diagnostischen Kriterien. Wir wollen ein personifziertes Behandlungsprogramm entwickeln“.
Künstliche Intelligenz als Werkzeug
An dieser Stelle kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel. Sie ist das Werkzeug, mit denen die Wissenschaftler in Görlitz die 1,8 Millionen Datensätze aufbereiten und Schlüsse ziehen. Obwohl die Protokolle vollständig anonymisiert sind, sollen Pläne für konkrete diagnostische Profile erstellt werden.
Das gilt auch für ein zweites Projekt, in dem es um die Behandlung von Brust- und Lungenkrebs geht. Hier kooperieren die Casus-Forscher mit dem europäischen Netzwerk „Optima“.Bei ihrer Arbeit sind sie im engen Kontakt mit Medizinern, den Anwendern der künftigen Plattformen und Programme für eine optimale Krebstherapie. Die beiden Projekte haben zunächst eine Laufzeit von drei Jahren.