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Dresdner Forscher finden Umweltgifte im Essen

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Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen konnte die Umweltgifte, die nur ganz schwer abbaubar sind, in mehr als der Hälfte tierischer Lebensmittelproben in Sachsen finden. Das gab sie jetzt in ihrem Jahresbericht bekannt.

„Das ist kein sächsisches Spezifikum, sondern europaweit so“, sagte Jens Albrecht, Präsident der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen (LUA).Der Gehalt habe aber in allen Fällen unterhalb der EU-Obergrenze gelegen. „Also insofern kein Alarm“, so Albrecht. Insgesamt überprüfte die LUA 114 tierische Lebensmittelproben auf die Chemikalien. Besonders hohen Gehalt stellte die LUA bei den Wildschweinproben fest. Die chemischen Substanzen, sogenannte PFAS, kommen beispielsweise in Regenjacken oder auch der Beschichtung von Teflon-Pfannen vor. Schon geringste Mengen gelangen dann übers Grundwasser in die Pflanzen, die wiederum von Tieren gefressen werden. Deshalb fand sich die Umweltgifte auch in Eiern, Milch und Fisch.

Dieses Jahr testen die Forscher besonders die Belastung von Kartoffeln, nächstes Jahr dann von Obst und Gemüse.

PFAS bergen Gesundheitsrisiken in sich. So habe man bei Kleinkindern mit einem hohen PFAS-Gehalt im Blut eine verminderte Impfreaktion festgestellt, erläuterte Albrecht. „Es ist gut, wenn PFAS möglichst nicht in unserer Nahrung auftaucht und damit auch nicht in unseren Körper gelangt“, fügte er hinzu.

0,2 Prozent der Lebensmittelproben gesundheitsgefährdend

Insgesamt untersuchte das LUA 20.000 Lebensmittelproben. Die Beanstandungsquote lag bei 17,4 Prozent, nur 0,2 Prozent wurden allerdings als gesundheitsschädlich eingestuft. Bei den weiteren Beanstandungen ging es vor allem um irreführende oder nicht vorschriftsmäßige Kennzeichnungen. Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass Lebensmittel in Sachsen sicher sind, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). 

Als Beispiel für mangelhafte Kennzeichnung führte Albert Garnelen an. „Wir haben festgestellt, dass es dort bestimmte Tendenzen gibt, Verbraucherbetrug zu machen“, sagte Albert. So werde durch einen erhöhten Wasseranteil das Verkaufsgewicht erhöht, was zu Proteinausflockungen, verringertem Nähr- und Genusswert und erhöhtem Salzgehalt führe. (mit dpa)

Audio:

LUA-Präsident Dr. Jens Albrecht erklärt, was in den Proben gefunden wurde