Fasten trotz Lockdown-Blues?

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Mit Aschermittwoch wird traditionell die Fastenzeit vor Ostern eingeläutet. Wer jetzt eine Fastenkur beginnt, sollte in den nächsten Tagen auf gewisse Dinge verzichten. Aufgrund des Lockdowns sind wir allerdings sowieso schon seit Wochen eingeschränkt. - Restaurantbesuche, richtige Kinoabende mit Cola und Popcorn oder Partys mit der Familie und Freunden. Auf all das mussten wir in der letzten Zeit verzichten. Daher stellt sich nun die Frage, ob eine Fastenkur im Lockdown überhaupt sinnvoll ist und wie wir unsere Fastenziele trotz "Corona-Blues" umsetzen können.
 

Bedeutung des Fastens

In den Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag beginnen Millionen Menschen auf der ganzen Welt, aus religiösen oder gesundheitlichen Gründen, mit dem Fasten. Dies beruht auf einer jahrtausendealten Tradition. Generell ist dabei der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel gemeint. Wer über Weihnachten und Neujahr zum Beispiel über die Stränge geschlagen hat, könnte einen Süßigkeiten-Entzug wagen. Für Menschen die sich aufgrund der wenigen Bewegung im Lockdown schlapp und müde fühlen, wäre zum Beispiel eine Basenkur eine Möglichkeit.

Das Fasten muss allerdings nicht immer etwas mit der Ernährung zu tun haben.  Es kann auch Aktivitäten oder bestimmte Gewohnheiten umfassen. Zum Beispiel könnten wir uns vornehmen, in den nächsten Wochen unsere Facebook-App zu löschen, generell weniger auf Handy zu schauen oder komplett auf das Fernsehprogramm zu verzichten.

Fasten im Lockdown sinnvoll?

Eine Fastenkur kann generell immer sinnvoll sein. Auch im Lockdown. Gerade durch die anstrengende Corona-Zeit haben wir uns vielleicht gewisse „Verwöhnungsprozesse“ bzw. Gewohnheiten angeeignet. Ob das die Tafel Schokolade zwischendurch oder das Glas Wein zum Feierabend ist – Daraus kann sich ein Kreislauf entwickeln. Wenn wir also bemerken, dass wir ohne gewisse Rituale nicht mehr können oder uns zu sehr auf eine Sache konzentrieren, kann eine Fastenkur neue Motivation verschaffen und ein Neustart sein.

Welche Fastenmethode ist die richtige?

Die Art des Fastens, ist von jedem selbst abhängig. Möchte ich meinem Körper etwas Gutes tun? Lästige Gewohnheiten loswerden oder einfach einen Neustart wagen? Vor Beginn einer Kur sollten wir hinterfragen, wie wir uns körperlich fühlen oder ob wir mit bestimmten Gewohnheiten vielleicht unzufrieden sind. Durch das Fasten können wir nämlich nicht nur unserem Körper etwas Gutes tun, sondern auch unserem Geist. Wer nämlich für einige Tage oder Wochen bewusst auf etwas verzichtet, kann sich in Selbstdisziplin üben und damit innere Stärke aufbauen.

Bevor Sie eine Fastenkur starten, sollten Sie sich mit den verschiedenen Fasten-Arten auseinandersetzen. Fasten kann jeder, der sich gesund und fit fühlt. Generell ist es allerdings immer besser, eine Fastenkur vorher mit seinem Arzt anzusprechen. Die beliebtesten Fastenkuren haben wir Ihnen im nächsten Abschnitt zusammengestellt.

Intervallfasten

Das Intervallfasten wird auch Kurzzeitfasten genannt. Dabei geht es nicht unbedingt darum, was wir zu uns nehmen, sondern an welchem Zeitpunkt. Beim Intervallfasten dürfen wir unsere Mahlzeiten nämlich nur in einem vorgegebenen Rhythmus zu uns nehmen. Dieser Rhythmus kann je nach Variante des Intervallfastens unterschiedlich sein.

Besonders bekannt ist die 5:2 Diät. Dabei sollte an fünf Tagen der Woche, so gewohnt wie immer gegessen werden. An den restlichen zwei Tagen sollten wir unsere Kalorienzufuhr auf ein Minimum herunterschrauben. Da bei dieser Variante an fünf Tagen normal gegessen werden kann, eignet sich die 5:2 Diät zum Beispiel gut für den stressigen Arbeitsalltag. Wir müssen uns nämlich nur an den freien Tagen, richtig auf unsere Diät konzentrieren. Eine weitere Variante des Kurzzeitfastens ist die 16:8 Diät. Dabei dürfen wir nur an acht aufeinanderfolgenden Stunden des Tages, Mahlzeiten zu uns nehmen. Nach diesen acht Stunden wird 16 Stunden komplett auf Mahlzeiten verzichtet.

Mehr Infos zum Intervallfasten hier.

Buchinger Fasten

Hierbei handelt es sich um eine der bekanntesten Methoden des Heilfastens. Die Buchinger Methode geht auf den deutschen Naturheilkundler Otto Buchinger zurück und soll die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Die Dauer der Kur beträgt etwa 5-10 Tage und wird in unterschiedliche Phasen eingeteilt. In der ersten Phase wird der Körper auf die anstehende Kur „vorbereitet“. Dabei darf nur leichte Kost zu sich genommen werden. Anschließend dürfen wir an mindestens fünf Tagen nur flüssige Nahrung zu uns nehmen. Dazu gehören unter anderem Tee, Gemüsebrühe oder verdünnte Säfte.

Ein wichtiger Aspekt der Buchinger Methode ist die Bewegung. Während der Kur sollten ausgiebige Spaziergänge und tägliche Sporteinheiten integriert werden. Das soll helfen, Stress zu vermeiden und den Geist freizubekommen. Mehr Infos hier.

Tipps gegen den inneren Schweinehund

Vorbereitung ist alles!  Wie oben bereits beschrieben, sollten wir uns nicht für „irgendeine“ Fastenkur entscheiden. Damit wir uns auf den „Verzicht“ voll und ganz einlassen können, sollten wir uns vorher mit unserem Körper beschäftigen. Auch die Absprache mit unserem Hausarzt kann sehr sinnvoll sein. Einige können sich leicht auf reine Flüssignahrung einstellen, andere benötigen geregelte Mahlzeiten. Beide Varianten sind erlaubt.

Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht irritieren. Eine Fastenkur ist für den Körper immer eine große Umstellung. In den ersten Tagen der Kur kann es daher zu Begleiterscheinungen wie z.B. Kopfschmerzen oder Schwindel kommen. Dabei sollten wir Stresssituationen vermeiden und Dinge auf unserer „To-Do-Liste“ möglichst zu Tagesbeginn erledigen.

Bewegung unterstützt Körper und Geist. Während einer Fastenkur kann uns ein langer Spaziergang aufmuntern, Stress abbauen und vom „Heißhunger“ ablenken. Außerdem beugen wir dabei fastenbedingten Kreislaufproblemen vor und verhindern den Abbau von Muskelmasse.

Zusammen ist man nicht allein. Besonders hilfreich ist es, beim Fasten eine Person an seiner Seite zu haben, die das gleiche Ziel verfolgt. In der Gemeinschaft können wir uns gegenseitig motivieren oder über Rückschläge sprechen. Gemeinsame Spaziergänge mit ihrem „Fasten-Partner“ können außerdem ablenken.

Viel trinken, um in Schwung zu bleiben. Eine Kur ist für unseren Körper ein Kraftakt. Daher sollten wir ihn unterstützen und viel trinken. Damit wird nämlich unser Stoffwechsel angeregt und Giftstoffe ausgeschieden.

Wissenswertes zum Fasten finden Sie auch hier.