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Fast 30 Prozent mehr Arbeitslose

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In Chemnitz ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2024 erneut gestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren 11.237 Frauen und Männer ohne Job – 833 mehr als im Vorjahr, ein Zuwachs von acht Prozent. Im Vergleich zu 2022 beträgt der Anstieg sogar 27,6 Prozent. Die höchste Quote in Sachsen. Diese Zahlen spiegeln die wirtschaftlichen Herausforderungen wider, mit denen die gesamte Region zu kämpfen hat.

Die Ursachen

Katrin Heinze, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Chemnitz, nennt die Gründe für die angespannte Lage: „Die gestiegenen Arbeitslosenzahlen sind ein Spiegelbild der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen.“ Unsicherheiten auf den globalen Märkten, die Energiekrise und eine gedämpfte Investitionstätigkeit führten dazu, dass weniger Stellen angeboten und teils Arbeitsplätze abgebaut wurden. Besonders betroffen sei das verarbeitende Gewerbe.

Weniger Stellen, mehr Arbeitslose

Die Arbeitslosenquote in Chemnitz erreichte 2024 im Durchschnitt 8,9 Prozent. Auch die Zahl der gemeldeten Stellen sank deutlich:
•    Freie Arbeitsstellen im Dezember 2023: 2.637
•    Freie Arbeitsstellen im Dezember 2024: 2.082
•    Freie Arbeitsstellen im Jahresdurchschnitt 2024: 2.363

Dieser Rückgang verschärft die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Es zeigt sich, dass die Unternehmen in der Region weiterhin zögern, neue Stellen zu schaffen.

Rückschläge auf dem Ausbildungsmarkt

Auch der Ausbildungsmarkt geriet 2024 ins Stocken. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze sank um 10,3 Prozent von 1.877 im Jahr 2023 auf 1.683. Die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber blieb hingegen mit 1.090 nahezu konstant. Trotz der rückläufigen Zahlen bleibt die Chance, eine Ausbildungsstelle zu finden, vergleichsweise hoch.

Verhaltener Ausblick auf 2025

Die Prognosen für 2025 sind wenig optimistisch. Nach Einschätzungen des Instituts für Arbeits- und Marktforschung könnte die Arbeitslosigkeit in Chemnitz um 5,4 Prozent steigen – im schlimmsten Fall sogar um 13,5 Prozent. Das würde bedeuten, dass bis zu 12.600 Menschen ohne Arbeit wären. Selbst ein Rückgang der Arbeitslosigkeit erscheint unwahrscheinlich, da die Unternehmen weiterhin mit strukturellen und globalen Herausforderungen kämpfen.

Perspektiven für die Zukunft

Die Agentur für Arbeit sieht in der Förderung von Qualifizierung und Weiterbildung die Schlüsselmaßnahmen, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Besonders wichtig seien Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung und nachhaltiger Technologien. Heinze betont: „Chemnitz hat als Kulturhauptstadt Europas 2025 die Chance, Fachkräfte aus der ganzen Welt anzuziehen.“ Langfristig solle dies dazu beitragen, die regionale Wirtschaft widerstandsfähiger zu machen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.