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Fast 1.000 Messer an Chemnitzer Gerichten eingezogen

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An den Gerichten der Region Chemnitz entdecken Sicherheitskräfte zunehmend gefährliche Gegenstände. Im vergangenen Jahr wurden bei den Einlasskontrollen rund 5.484 verbotene Objekte sichergestellt. Im Jahr 2022 waren es noch 3.486. Das entspricht einem Anstieg um 57 Prozent.

Messer, Reizgas und Alltagsgegenstände als Risiko

Besonders häufig wurden Messer und Reizgas-Sprays gefunden. Am Landgericht Chemnitz stellten die Kontrollen 57 Reizgas-Sprays und knapp 286 Messer sicher. Am Amtsgericht Chemnitz wurden sogar 657 Messer und 62 Reizgas-Sprays entdeckt.

Zwar fallen viele dieser Funde nicht unter das Waffengesetz, dennoch gelten sie als gefährlich. Glasflaschen, Regenschirme, Scheren und Stockschirme zählen ebenfalls dazu. Insgesamt wurden 960 solcher Gegenstände am Landgericht und 1.748 am Amtsgericht Chemnitz verwahrt. Auch weniger offensichtliche Objekte wie Ketten mit großen Karabinern, Korkenzieher oder Selfiesticks wurden bei der Einlasskontrolle einbehalten und später beim Verlassen des Gerichtsgebäudes wieder ausgehändigt.

Sicherheit an Gerichten: Konsequenzen aus einem tragischen Fall

Hintergrund der verschärften Sicherheitsvorkehrungen an Gerichten ist ein tödlicher Angriff im Jahr 2009 am Landgericht Dresden. Während einer Berufungsverhandlung wurde die Ägypterin Marwa El-Sherbini aus fremdenfeindlichen Motiven erstochen. Der Fall löste bundesweit Entsetzen aus und führte zu Protesten auch außerhalb Deutschlands.

In der Folge investierte der Freistaat Sachsen mehrere Millionen Euro in die Sicherheit seiner Gerichte. Zugangskontrollen wurden ausgeweitet, mobile Handsonden und Sicherheitsschleusen eingeführt sowie der Personalbestand im Justizwachtmeisterdienst erhöht und besser ausgestattet. Seither finden an Landgerichten und Justizzentren konsequente Kontrollen statt.