Fans boykottieren CFC-Spiel gegen Magdeburg
Der Chemnitzer FC empfängt am Freitagabend zum nächsten Drittligaspiel den 1. FC Magdeburg. Der Gegner war aus der zweiten Liga abgestiegen, hat zuletzt aber einen 3:1 Sieg gefeiert. Außerdem konnte sich Magdeburg ähnlich wie der CFC im DFB-Pokal gut verkaufen können. Anpfiff im Stadion an der Gellertstraße ist am Freitag um 19 Uhr.
Viele Fans werden der Partie aber fernbleiben: über 50 Fanclubs haben nach den Querelen um die Zukunft des Vereins zum Boykott aufgerufen. In einem öffentlichen Schreiben kritisierten die Fans unter anderem erneut Insolvenzverwalter Klaus Siemon und warfen ihm Erpressung vor. Siemon hatte mit der Löschung des CFC aus dem Vereinsregister gedroht, wenn zur anstehenden Mitgliederversammlung nicht seine Wunschliste für den neuen Aufsichtsrat durchgewunken wird.
In einem Informationsflyer mit der Überschrift „Wir lassen uns nicht erpressen“, der auf mehreren Internetseiten am Donnerstag veröffentlicht wurde, kritisieren die Anhänger neben dem Insolvenzverwalter und den Gesellschaftern der CFC Fußball GmbH auch Trainer David Bergner sowie Geschäftsführer Thomas Sobotzik. „Der Trainer kritisiert nach dem HSV-Spiel erneut die eigenen Fans, trotz bedingungsloser Unterstützung der Mannschaft. Thomas Sobotzik spricht vielen Anhängern die Liebe zum eigenen Verein ab“, heißt es in dem Aufruf, fernzubleiben.
Die Anhänger befürchten, dass die „50+1“-Regel ausgehebelt und die „Schaffung eines Konstruktes a la RB Leipzig“ vorangetrieben werden soll. Dieser Weg ließe sich nicht mit den Werten und Interessen der Fans vereinbaren. „Aus diesem Grund möchten wir zum Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg ein Zeichen setzen und die GmbH dort treffen, wo es ihr am meisten wehtut: In ihrem Geldbeutel“, erklären die Initiatoren des Fan-Boykotts. „Um den sportlichen Aspekt geht es aktuell in keinster Weise! Spieler kommen und gehen, was bleibt ist der Verein. Dieser ist in akuter Gefahr!“, fordern die Unterzeichner des Aufrufs unter anderem den Erhalt des insolventen Chemnitzer FC e.V. und des Nachwuchsleistungszentrums.