Eisenbahnmuseum bereitet Landesausstellung vor
Das Eisenbahnmuseum in Hilbersdorf kann sich über eine Finanzspritze von einer halben Million Euro freuen. Der Fördermittelbescheid kommt vom Freistaat und wurde am Donnerstag übergeben. Damit soll eine Eisenbahn-Schau im Rahmen der Sächsischen Landesaustellung gestaltet werden. Die Veranstaltung geht 2020 an mehreren Standorten über die Bühne. Das Chemnitzer Museum ist dann Teil der umfangreichen Präsentation, die sich auch der sächsischen Industriegeschichte widmet. Die übergreifende Leitaustellung findet im Audi-Bau in Zwickau statt und widmet sich dem Thema „Industrie, Kultur, Mensch“. Träger ist das Deutsche Hygiene-Museum Dresden. „Uns ist es wichtig, den Besucherinnen und Besuchern mit diesen insgesamt sechs Zusatzausstellungen an authentischen Orten Industriezweige näherzubringen, die für die industrielle Entwicklung Sachsens prägend waren" sagte Sachsens Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange bei der Übergabe des Fördermittelbescheids."In Chemnitz-Hilbersdorf kann das baulich und technisch herausragende und in seiner Dimension europaweit einmalige Ensemble aus Bahnausbesserungswerk einerseits und Seilablaufanlage des ehemaligen Rangierbahnhofs andererseits das Thema Eisenbahn und Schienenverkehr erlebbar machen" so Stange weiter. "Chemnitz wird damit neben dem Industriemuseum mit dem Thema Maschinenbau ein sehr wichtiger Standort der Landesausstellung.“ Einer der größten Rangierbahnhöfe Deutschlands entstand von 1897 bis 1900 in Chemnitz-Hilbersdorf. Ein Teil davon – das Bahnbetriebswerk für Güterzuglokomotiven – beherbergt heute das Sächsische Eisenbahnmuseum. Unter Denkmalschutz stehende Gebäude, technische Anlagen und die historischen Fahrzeuge verleihen dem Museum seine einzigartige Atmosphäre. Zeitzeugen der Eisenbahngeschichte und -technik dokumentieren den Erfindergeist vergangener Jahrhunderte. Von besonderer Bedeutung für die Stadt Chemnitz – einst als sächsisches Manchester bezeichnet – ist das Museum auch aufgrund einiger Dampflokomotiven, die in der Sächsischen Maschinenfabrik AG gefertigt wurden. Die Sächsische Maschinenfabrik lieferte bereits 1848 die erste Lokomotive mit dem Namen „GLÜCKAUF“ an die „Sächsisch-Bayerische Bahn“. Hartmanns Lokomotiven – zwischen 1848 und 1929 wurden insgesamt 4699 hergestellt – gingen von Chemnitz aus in die ganze Welt. Einige sind noch heute im Einsatz. Das Sächsische Eisenbahnmuseum, größtes noch funktionstüchtiges Dampflok-Bahnbetriebswerk Europas, zeigt anhand seiner Ausstellungsstücke und zahlreicher illustrierter Dokumente anschaulich die Entwicklung des Bahnverkehrs im 20. Jahrhundert.