• Dreifaltigkeitskirche am Görlitzer Obermarkt - "Klammer" für geistiges und materielles Kulturerbe der Stadt.

  • Jacob-Böhme-Denkmal in Görlitz - großer, wenig bekannter Sohn der Stadt.

Ein Zentrum für zwei Görlitzer Schätze

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Görlitz ist stolz auf sein materielles und geistiges Kulturerbe. Es soll einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Stadt will deshalb die Pläne für ein Kulturerbezentrum  weiter vorantreiben. Zwei Dauerausstellungen zur Architekturgeschichte der Stadt und zu Jacob Böhme - dem ersten deutschen Philosophen – sollen in der Dreifaltigkeitskirche am Obermarkt untergebracht werden. „Wir wollen jetzt Nägel mit Köpfen machen“, sagte Oberbürgermeister Octavian Ursu.

Mit dem Erbezentrum will sich Görlitz weltweit Reputation verschaffen. Zugleich soll Leben und Werk von Jacob Böhme einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht werden. In der Fachwelt ist er bestens bekannt. Der Ort für die beiden Ausstellungen wurde bewusst gewählt. In der Dreifaltigkeitskirche  verschränke sich das geistige und materielle Kulturerbe, sagte Bürgermeister Michael Wieler.

Erster deutscher Philosoph lebte in Görlitz

Im Erdgeschoss ist die Ausstellung zum Architekturschatz geplant. Die Exponate und Zeugnisse sollen die Baugeschichte vom Mittelalter bis zum Plattenbau aus der DDR-Zeit dokumentieren. Auf der Empore will die Stadt Leben und Werk Böhmes präsentieren. Böhme, der von 1599 bis 1624 in Görlitz lebte, gilt als der große Sohn der Stadt. Hegel bezeichnete den Schuster als ersten deutschen Philosophen.  Er hat Fans fast überall in der Welt – vor allem in Nordamerika. Zu seinen prominentesten Anhängern gehört Nicolas Cage. Der Hollywoodstar war vor einigen Jahren nach Görlitz gereist, hatte Wohnhaus und Grab seines Idols aufgesucht.

Hochkarätige Böhme-Tagung im Europaforum Görlitzer Synagoge

Die Planung für das Kulturerbezentrum soll Ende kommenden Jahres vorliegen. Zu den damit verbundenen Kosten gibt es nur grobe Schätzungen. Bürgermeister Wieler sprach vor einem Jahr von 5,6 Millionen Euro.

Leben und Werk Jakob Böhmes in Görlitz soll zusätzlich durch internationale Tagungen bekannt gemacht werden.  So sind namhafte Wissenschaftler in diesem Monat zu einer Konferenz  in das Kulturforum Görlitzer Synagoge eingeladen. Böhme-Forscher aus Yale, Venedig und Queensland in Australien werden per Live-Stream zugeschaltet sein.

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Bürgermeister Michael Wieler