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Ehrenbürgerschaft für Ingrid Mössinger

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Die scheidende Generaldirektorin der Kunstsammlungen, Ingrid Mössinger, ist zur Ehrenbürgerin von Chemnitz ernannt worden. Damit würdigt die Stadt die langjährigen Verdienste der Museumschefin. Mössinger hatte über Jahre hinweg viele hochkarätige Ausstellungen in die Stadt geholt und damit für Aufsehen gesorgt. Picasso, Andy Warhol und viele andere Künstler zogen die Besucher in Scharen an. Eine Weltpremiere war die Schau mit Bildern von Bob Dylan. „Sie haben Chemnitz in die Welt und die Welt nach Chemnitz gebracht“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig in ihrer Festrede. Mössinger habe der Stadt eine Identität gegeben und sich auch um den Freistaat verdient gemacht, erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer. Die renommierte Museumsfrau machte den städtischen Museumsverbund über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Die gebürtige Stuttgarterin holte unzählige Meisterwerke in die Provinz - als Schenkungen, Erwerbungen oder Dauerleihgaben. Zu ihrer Bilanz gehören 168 national und international beachtete Ausstellungen mit 149 Künstlern sowie erlesenen Sammlungen und Stiftungen. Ende des Monats gibt sie das Amt nun ab - als „Grande Dame“ der deutschen Museumswelt. Ihr Nachfolger wird ab Mai Frédéric Bußmann, bisher Kurator am Museum der bildenden Künste Leipzig. „Ingrid Mössinger hat der Stadt, die nach der Wiedervereinigung vielen außerhalb von Chemnitz als heruntergekommen und abgeschrieben galt, Glanz zurückgegeben“, sagte der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière als Festredner. „Keinen Glanz als Fassade, sondern ein Glanz mit Substanz, mit Kraft, mit Geist!“ Dabei habe sie Kunst und Kultur nie als elitär oder Selbstzweck verstanden. „Ihr ist es immer Herzensanliegen gewesen, die Kunstsammlungen zu einem offenen Ort der Begegnung und des Miteinanders in der Mitte der Gesellschaft zu machen.“ Die Ehrung mache sie sprachlos, bekannte Mössinger und bedankte sich bei Oberbürgermeisterin und Stadträten für deren Wertschätzung für die Kunst. „Die 22 Jahre sind schnell vergangen“, resümierte die Schwäbin, die nun zu einem illustren Kreis in der sächsischen Provinz gehört: wie Expressionist Karl Schmidt-Rottluff, Eiskunstläuferin Kati Witt, Kosmonaut Sigmund Jähn oder Schriftsteller Stefan Heym. (mit dpa)