• Staatsministerin Stange übergab den Fördermittelbescheid an Jürgen Renz vom Förderverein, Foto: Redaktion

    Staatsministerin Stange übergab den Fördermittelbescheid an Jürgen Renz vom Förderverein, Foto: Redaktion

Ehemaliges Gefängnis wird Gedenkstätte

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Bei der Umgestaltung der ehemaligen Haftanstalt auf dem Chemnitzer Kaßberg zu einer Gedenkstätte ist der Verein "Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis" einen wichtigen Schritt vorgekommen. Sachsens Kunst- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange übergab am Dienstag dem Verein einen Fördermittelbescheid in Höhe von 163.000 Euro. Das Geld soll die Planungen vorantreiben, mit denen der Verein jetzt nach Aussage des Vereinsvorsitzenden Jürgen Renz beginnen kann.

Das Kaßberg-Gefängnis ist als "Tor zur Freiheit" bekannt. Zwischen 1963 und 1989 wurde über die Haftanstalt die Abschiebung von 31.775 DDR-Häftlingen abgewickelt, die für mehr als drei Milliarden D-Mark von der Bundesrepublik freigekauft worden waren.

Für den Aufbau der Gedenkstätte sind nach Vereinsgaben 3,1 Millionen Euro veranschlagt. Das Land Sachsen unterstützt die Investition mit zwei Millionen Euro. Das Geld kommt aus dem ehemaligen DDR-Parteienvermögen. Seit Januar werden auf dem Areal des historischen Komplexes alle nicht denkmalgeschützten Gebäude abgerissen.

Die Chemnitzer Gesellschaft für Wohnungsbau mbH (CeGeWo) will dort bis 2022 Stadthäuser mit Eigentumswohnungen und Tiefgaragen bauen und dafür insgesamt 14 Millionen Euro investieren.

Zur wechselvollen Geschichte der 1886 errichteten Haftanstalt gehört auch die Nutzung als Untersuchungs- und Strafgefängnis während des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 sowie anschließend als Gefängnis des russischen Innenministeriums NKWD (1945-1952). Zu DDR-Zeiten wurde sie überwiegend vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) genutzt. (mit dpa)