DRK-Klinik Rabenstein: Neuer Streik und böse Vorwürfe
Der Ton wird rauer, die Stimmung mieser und die Vorwürfe sind böse!
Am DRK-Krankenhaus Rabenstein wird am Freitag (25. April) erneut ganztägig gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi ruft zum dritten Mal zum Arbeitskampf auf. Trotz des Streiks sei laut Klinikleitung auch diesmal die Patientenversorgung sichergestellt. Am Dienstag (22. April) hatte es den letzten Streik gegeben, an dem sich 70 der 900 Beschäftigten beteiligt hatten.
Verdi: „Falschbehauptungen und Drohungen“
In einer Pressemitteilung erhebt Verdi schwere Vorwürfe gegen das Management. Unter der Überschrift „Falschbehauptungen, Drohungen, Spaltung“ kritisiert die Gewerkschaft unter anderem eine interne E-Mail. Diese soll laut Verdi irreführende Gehaltsvergleiche zwischen dem DRK-Krankenhaus und dem städtischen Klinikum Chemnitz enthalten haben.
Robin Rottloff, Verdi-Sekretär in Chemnitz, berichtet zudem von Drohungen durch eine Führungskraft. Mitarbeitende seien unter Druck gesetzt worden, nicht am Streik teilzunehmen. „Ich bin sprachlos mit welcher Energie versucht wird, die Streikteilnahme zu unterbinden und zu welchen Mitteln die Geschäftsführung dabei greift. Denkt man an das Deutsche Rote Kreuz als Arbeitgeber, vermutet man ein faires, ehrliches und wertschätzendes Miteinander. Doch weit gefehlt“, beklagt Robin Rottloff.
Gab es Streikbrecher-Prämien?
Auch eine Zahlung von fünfzig Euro Team-Prämie an nicht-streikende Beschäftigte steht in der Kritik. Verdi bezeichnet die Zahlung als „Streikbrecher-Prämie“. Die Klinik hingegen spricht von einem „Dankeschön für geleistete Mehrarbeit“.
Eingeschränkter OP-Betrieb?
Unterschiedliche Ansichten gibt es auch im Zusammenhang mit dem Betrieb der OP-Säle im Rabensteiner Klinikum. Rottloff sagte Radio Chemnitz: „Mitarbeiter haben mir davon erzählt, dass nicht alle OP-Säle in Betrieb waren.“
Das räumt die Klinikleitung auch ein, spricht aber davon, dass lediglich aus organisatorischen Gründen nur vier der fünf Säle benutzt wurden. Alle geplanten Operationen seien durchgeführt worden. Geschäftsführerin Diana Lohmann: „Wir werden uns vor dem Hintergrund der aufgeheizten Situation und im Interesse einer auf die Sache bezogenen Tarifverhandlungsrunde nicht weiter zu den von ver.di vorgebrachten Vorwürfen äußern.“
Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen
Mit dem heutigen Streik will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Ziel sei es, die Kompromissbereitschaft vor der nächsten Verhandlungsrunde am 5. Mai 2025 zu steigern. Die Forderungen der Gewerkschaft umfassen unter anderem:
• Erhöhung der Jahressonderzahlungen um achthundert Euro (bisher 65 Prozent)
• Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Gehalt
• Erhöhung der Nachtarbeitszuschläge auf fünf Euro pro Stunde (bisher drei Euro)
• Anhebung des Grundurlaubs auf 32 Tage (bisher 30 Tage)
• Einmalzahlung für Verdi-Mitglieder von sechshundert Euro jährlich (bisher zweihundertfünfzig Euro)
• Anhebung der Funktionszulagen um sechzig Euro
• Erhöhung der Schichtzulagen auf monatlich zweihundert Euro bzw. fünfundsiebzig Euro (bisher 140 Euro / 60 Euro)
• Erhöhung der Überstundenzuschläge auf 35 Prozent (bisher 25 Prozent)
• Laufzeit des Tarifvertrags bis längstens 31. Dezember 2025