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Doppelt so viel Grippetote wie vor einem Jahr

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Die Grippewelle in Sachsen hat in diesem Winter eine neue Dimension erreicht. Landesweit sind 192 Menschen infolge einer Influenza-Erkrankung gestorben – mehr als je zuvor seit Beginn der statistischen Erfassung. Auch in Chemnitz hat sich die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Chemnitz meldet doppelt so viele Tote

Nach Angaben des städtischen Gesundheitsamts starben in der Saison 2024/2025 insgesamt 22 Menschen in Chemnitz an den Folgen der Grippe. In der vorherigen Saison waren es elf. Parallel dazu stieg die Zahl der gemeldeten Erkrankungen in der Stadt um mehr als 60 Prozent. Die Stadtverwaltung führt die Entwicklung auf übliche Schwankungen zwischen den Grippejahren zurück.

„Influenza ist keine harmlose Erkrankung“

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) spricht dagegen von einem ernsten Befund. Die aktuellen Zahlen zeigten, „dass Influenza keine harmlose Erkrankung ist und man sich mit einer Impfung schützen sollte“, sagte sie am Sonntag. Die Saison habe eine besonders hohe Krankheitslast mit sich gebracht, so die Ministerin weiter. „192 Tote – das ist ein trauriger Rekord“, erklärte Köpping.

Fast 45.000 Erkrankungen im ganzen Freistaat

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums wurden zwischen Oktober 2024 und Mitte April 2025 insgesamt 44.428 Influenza-Fälle gemeldet. Nur in der Saison 2017/2018 lag die Zahl noch höher. Damals wurden 47.765 Infektionen registriert, bei 176 Todesfällen.

Kinder besonders betroffen

Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht von einer besonders intensiven und mit 16 Wochen ungewöhnlich langen Grippewelle. In Sachsen traten die meisten Erkrankungen im Februar auf. Betroffen waren alle Altersgruppen, überdurchschnittlich häufig jedoch Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. Zwei der Verstorbenen waren Grundschüler, die übrigen Erwachsene im Alter von bis zu 99 Jahren. Dabei ist Grippe nicht die einzige gefährliche Atemwegserkrankung.

Impfmüdigkeit trotz Empfehlung

Obwohl die Grippeschutzimpfung in Sachsen für alle Menschen ab dem siebten Lebensmonat empfohlen wird, vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, sinken die Impfraten weiter. Das Ministerium nennt als Ursachen unter anderem Unsicherheit, Angst vor Nebenwirkungen sowie zunehmende Impfskepsis.