Don-Bosco-Haus: Integration durch den Magen ins Herz
Was braucht ein Kind, um gut in den Tag zu starten? Ein Lächeln, ein sicherer Ort – und ein gesundes Frühstück. Genau das ermöglicht das Don Bosco Haus in der Ludwig-Kirsch-Straße in Chemnitz. Mit viel Herzblut, Engagement und Unterstützung entsteht hier Woche für Woche ein kleines Stück Alltag, das für viele Kinder und Jugendliche alles andere als selbstverständlich ist.
Ein Ort zum Wachsen – mitten auf dem Sonnenberg
Das Don-Bosco-Haus ist weit mehr als ein offener Treff. Es ist ein geschützter Raum, in dem junge Menschen ankommen, durchatmen und sie selbst sein dürfen. Rund 45 bis 50 Kinder und Jugendliche besuchen täglich die Einrichtung. Viele von ihnen kommen aus Familien mit Unterstützungsbedarf – und bringen Sorgen mit, die sie viel zu früh tragen müssen. Hier finden sie nicht nur Freizeitangebote, Gespräche oder Hilfe im Alltag. Sie finden vor allem Gemeinschaft – und etwas Warmes auf dem Teller.
Warum Ernährung mehr ist als satt werden
„Gesundes Essen ist hier auch Integration, Bildung und Beziehung“, erklärt Sozialarbeiterin Katharina Schnabel. „Wir haben zum Beispiel einen regelmäßigen Obst- und Gemüsetag, das Montagskochen mit Kindern und freitags kochen wir mit Jugendlichen. So lernen sie gesunde Lebensmittel kennen – und erleben, dass es Spaß macht, gemeinsam zu kochen und zu essen.“
Viele der Jugendlichen haben Migrationshintergrund. Im Don-Bosc-Haus finden zum Beispiel kulinarische Weltreisen statt: Rezepte aus den Herkunftsländern werden gemeinsam gekocht und mit anderen geteilt. Ein echter Beitrag zur Integration – durch den Magen ins Herz.
Ein Scheck, der Hoffnung schenkt
Damit diese Angebote bestehen bleiben, ist das Haus auf Spenden angewiesen. Umso größer war die Freude über die erneute Unterstützung von Sachsens Landtagspräsident Alexander Dierks und der Adlatus-Stiftung. Gemeinsam überreichten sie einen symbolischen Scheck über 2.500 Euro. „Das Don-Bosco-Haus ist eine Institution auf dem Sonnenberg, leistet seit vielen Jahren tolle Arbeit“, so Dierks. „Dieses Projekt wird jedes Jahr mit Spenden finanziert. Ich bringe diesen Scheck nun zum dritten Mal, damit Kinder und Familien Ideen für gesunde Ernährung bekommen und gemeinsam Mahlzeiten zubereiten können. Eine lohnenswerte Sache, die ich gerne unterstütze.“
Auch Stephan H. Geupel, Vorstand der Adlatus Stiftung, ist überzeugt vom Projekt: „Gesunde Ernährung ist ein Türöffner – nicht nur für mehr Wissen, sondern auch für Begegnung. Wenn Kinder gemeinsam schnippeln, kochen und essen, entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit. Das unterstützen wir aus voller Überzeugung.“
Jede Hilfe zählt
2.500 Euro sind vielleicht kein großes Budget. Immerhin finanzierte die Stadt Chemnitz das Don-Bosco-Haus in der Ludwig-Kirsch-Straße mit rund 450.000 Euro pro Jahr. Aber ein starkes Signal ist die Spende in jedem Fall und das Geld reicht für den Kauf von Lebensmitteln bis zum Herbst. Ein Zeichen, dass Engagement gesehen und geschätzt wird. Und wer weiß? Vielleicht beginnt echte Veränderung genau dort: bei einem Teller selbst gekochtem Gemüse und dem Gefühl, dazugehören zu dürfen.