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Dieser Avatar bringt die Schule ins Krankenzimmer

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Kinderstimmen, Lachen, Schulhefte aufgeschlagen. Doch ein Stuhl bleibt leer. Dort saß einst ein Kind, das nun in der Kinderonkologie des Klinikums Chemnitz behandelt wird. Schulalltag, Freunde und das Leben draußen – plötzlich unerreichbar.

Ein kleiner Roboter mit großer Wirkung

Die Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie eröffnet neue Wege. Anstelle des erkrankten Kindes sitzt nun ein kleiner Avatar im Klassenzimmer, der von der Stiftung angeboten wird. Der Roboter hat leuchtende Augen und ist jederzeit bereit für den Unterricht. So kehrt ein Stück Schulalltag ins Krankenzimmer zurück. Jetzt ist ein neuer Avatar auch im Klinikum im Einsatz.

Ein Wunsch wird Wirklichkeit

Möglich gemacht hat das Tilmann Weigel. Der Geschäftsführer der CIS–Chemnitzer Immobilien Service GmbH verzichtete zu seinem 50. Geburtstag auf Geschenke. Stattdessen sammelte er Spenden – mit einem Ziel: ein Avatar für die Kinderonkologie. 6.700 Euro kamen zusammen.

Verbindung zwischen zwei Welten

PD Dr. med. Axel Hübler, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin: „Dieser Avatar ist weit mehr als ein technisches Gerät – er ist ein Bindeglied zwischen zwei Welten. Die Möglichkeit, aktiv am Schulalltag teilzunehmen, unterstützt nicht nur die kognitive und soziale Entwicklung des Kindes, sondern trägt auch dazu bei, das emotionale Wohlbefinden zu stärken und Hoffnung in einer schwierigen Phase zu geben.“

Prof. Dr. med. Mathias Hänel fügt hinzu: „Als Sprecher des Onkologischen Centrums Chemnitz konnte ich den Kontakt zur BMS-Stiftung herstellen und freue mich sehr darüber, wie der Avatar die soziale Teilhabe der erkrankten Kinder stärkt und ihnen die aktive Verbindung zum Schulalltag ermöglicht.“

So funktioniert der Avatar

Über ein iPad steuert das Kind den Roboter vom Bett im Klinikum Chemnitz aus. Es sieht die Lehrerin, hört die Mitschüler, kann sich melden und Fragen beantworten. Der Flüstermodus erlaubt sogar persönliche Gespräche mit Freunden und das kranke Kind bleibt Teil der Klassengemeinschaft – trotz Klinikaufenthalt.