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Die Toten Hosen feiern Tour-Auftakt in Chemnitz

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Ein Lkw fährt vor, die Planen gehen hoch und Die Toten Hosen rocken von der Ladefläche: Gut sieben Monate nach dem Überraschungscoup in Dresden bei der Anti-Pegida-Demonstration ist die Kult-Band aus Düsseldorf zurück in Sachsen. Am Sonntag 20.00 Uhr starten Frontmann Campino und seine Kollegen in Chemnitz ihre Tour zum Album „Laune der Natur“. Sie haben sie in Anlehnung an den Albumtitel „Laune der Natour“ genannt. Der spektakuläre Gig in Dresden war Station zwei ihrer Magical-Mystery-Tour 2017 durch Wohnzimmer und andere private Spielorte. Auftakt war am 26. März in Chemnitz. Der dortige Auftritt in einem viel zu kleinen, überfüllten und stickigen Probenraum hat sich fest ins Gedächtnis der Musiker eingeprägt. „Das war ein denkwürdiger Auftritt in einem zu Proberäumen umgebauten ehemaligen Wohnhaus mitten in der Stadt, wo wir mit einigen alten, aber vor allem vielen neuen Freunden zusammen gefeiert haben“, ließ die Band über eine Sprecherin mitteilen. Nun also kommen Die Toten Hosen zurück in die Stadt mit dem riesigen Karl-Marx-Monument. Die Chemnitz-Arena ist die erste von insgesamt 25 Stätten, in denen die Düsseldorfer zunächst bis zum Jahresende ihre „Laune der Natour“ aufführen. Jeder Tourstart sei für sich schon etwas besonderes, aber der erste Auftritt im Rahmen der neuen Tournee sei eine ganz eigene Premiere für sie, verriet die Band: „Zum ersten Mal zelebrieren wir in derselben Stadt im selben Jahr gleich zweimal einen Tourauftakt.“ Nun also große Halle statt kleiner Bühne. Es werde ein bisschen mehr Platz dort sein, teilte die Band mit und ließ ausrichten: „Aber wir hoffen, dass es mindestens so laut und wild zugehen wird wie im Frühjahr. Die Chemnitzer haben die Latte jedenfalls verdammt hoch gehängt!“ Dass ausgerechnet die Premiere im Gegensatz zu allen anderen Konzerten nicht ausverkauft ist, ist ein Wermutstropfen. In Leipzig hingegen gibt es einen Tag nach dem regulären Auftritt am 24. November ein Zusatzkonzert, aber keine Karten mehr. „Bei unseren Konzerten in Sachsen ist immer eine tolle Stimmung, deswegen werden wir in Chemnitz und bei den anderen Konzerten in diesem und im nächsten Jahr wieder bis in die Haarspitzen motiviert sein“, betonte die Band. Vom 24. Mai 2018 an setzen Die Toten Hosen ihre Tournee mit weiteren 13 Auftritten unter anderem am 2. Juni in Dresden fort. Im Mittelpunkt der Konzertrundreise steht das neue Album. Fünf Jahre nach „Ballast der Republik“ mit dem fast hymnenartigen Nummer-1-Hit „Tage wie diese“ bieten Die Toten Hosen mit „Laune der Natur“ eine Art Zeitreise an zwischen Punk, Poesie und Pop. Im 35. Jahr ihres Bestehens sind die Düsseldorfer längst dem Punk der frühen 1980er entwachsen. Der Opener „Urknall“ aber legt kraftvoll die Wurzeln frei. „Wannsee“ kommt mit Reggae-Elementen daher, „Pop & Politik“ schrammelt dagegen wie in früheren Tagen, die ausgekoppelte Single „Unter den Wolken“ ist melodiös und hat Mitsing-Potenzial. „Punk war für uns immer, genau das zu tun, worauf man Lust hat, und zwar nach seinen eigenen Regeln, das war immer die Maxime der Toten Hosen“, erklärt Campino im Begleittext zum Album. Auf der Platte setzen sich die Hosen auch mit den Themen Vergänglichkeit und Verlust auseinander. Nicht ohne Grund: Im Januar 2015 war ihr Manager Jochen Hülder gestorben, im April vorigen Jahres dann verlor der frühere Schlagzeuger Wolfgang „Wölli“ Rohde den Kampf gegen den Krebs. Für ihren Entdecker Hülder spielten Die Toten Hosen die Ballade „Eine Handvoll Erde“ ein. Und dank technischer Möglichkeiten singt „Wölli“ den Schlusssong des Albums „Kein Grund zur Traurigkeit“ im Duett mit Campino. (dpa)