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Emotionaler Abschied! Niners-Kapitän sagt Adieu Dunking

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Jonas Richter. Seit Grundschultagen bei den NINERS. Zwei Jahrzehnte lang im Dienst der „Orange Army“. Vom kleinen Jungen mit großen Träumen zum Kapitän einer Mannschaft, die sich in ganz Basketball-Deutschland einen Namen gemacht hat. Das erste Gefecht am 18. Oktober 2014 gegen Heidelberg. Jetzt geht er – nicht im Zorn, nicht im Groll, sondern leise, mit Bedacht. Aus gesundheitlichen Gründen zieht sich der 28-Jährige aus dem Profi-Sport zurück. Was genau ihn zu diesem Schritt bewegt, erklärt der 2,07-Meter-Mann auf seinem Instagram-Kanal. Der Tenor: Das Kapitän hatte sich eigentlich auf die neue Saison mit EuroCup gefreut, nach zwei Trainingseinheiten aber gemerkt, dass er es mental nicht schafft. Richter spricht offen von seiner Angst, ein Burn-out zu erleiden.

390 Spiele, 101 Dreier, ein Pokal für die Ewigkeit

Man muss nicht alles zählen, um Größe zu begreifen. Aber die Zahlen sprechen für sich. 390 Pflichtspiele und 194 Siege. 7,1 Punkte im Schnitt. 1559 verwandelte Würfe. 101 Dreier, die regelmäßig die Messehalle erbeben ließen. ProA-Playoff-Halbfinale 2017 und 2019, Aufstieg 2020, Pokalhalbfinale 2022, viermaliger Einzug in die Bundesliga-Playoffs von 2022 bis 2025 sowie allem voran natürlich der sensationelle Triumph im FIBA Europe Cup 2024. Vor 10.000 begeisterten Fans auf dem Chemnitzer Rathausplatz rissen Richter und Coach Rodrigo Pastore zusammen die erste Trophäe der Vereinsgeschichte unter tosendem Beifall in den Himmel, den FIBA Europe Cup. Der erste Titel, das erste große Baskelball-Strahlen über dieser Stadt aus Beton und Herz. Dank all jener Leistungen wurde Jonas Richter im Frühjahr 2023 sogar in die A-Nationalmannschaft berufen und bestritt zwei Länderspiele gegen Schweden sowie Finnland.

Ein Platz bleibt frei – und trotzdem voll

Der Rücktritt kommt kurz vor Saisonstart. Für die NINERS heißt das: improvisieren, wachsen, zusammenrücken. Julian Steinfeld und Roman Bedime sollen in Jonas’ Fußstapfen treten – und ihren eigenen Weg finden. Geschäftsführer Steffen Herhold setzt auf das Team und die Kraft der Gemeinschaft.

Er sagt: „Jonas war über viele Jahre hinweg das Gesicht der NINERS und des Chemnitzer Basketballs, hatte großen Anteil an all unseren Erfolgen und fungierte auf wie neben dem Feld als echter Sympathieträger. Umso mehr schmerzt sein Abgang. Dennoch respektieren wir Jonas‘ Entscheidung, die ihm sicher nicht leicht fiel und werden ihm stets hilfreich zur Seite stehen. In allererster Linie wünschen wir Jonas gute Besserung und darüber hinaus viel Glück für seinen weiteren Lebensweg.“

Denn klar ist: Richter fehlt. Auf dem Feld, in der Kabine, in der Körpersprache des Spiels. Aber vielleicht sitzt er ja bald in der ersten Reihe – als Zuschauer, als Teil des Publikums, das einmal mehr für ihn aufsteht.