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CSD in Leipzig: nur kurzer rechter Protest

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In Leipzig wollten Rechtsextreme gegen den Christopher Street Day demonstrieren und die Veranstaltung stören - doch die Polizei beendete den Aufmarsch, bevor er begann. Rund 300 Neonazis wurden auf dem Hauptbahnhof eingekesselt. Es bestand der Verdacht der Volksverhetzung, weil rechte Parolen gegrölt wurden. Die Polizei stellte Personalien fest. Der Anmelder der Demo habe die Versammlung dann für beendet erklärt, teilte ein Polizeisprecher mit.

„Werden Personen aus der Maßnahme entlassen, erhalten diese ein Aufenthaltsverbot für einen Großteil des Leipziger Stadtgebietes und werden bei der Abreise von der Bundespolizei begleitet“ heißt es von der Polizei. „Wir sind weiterhin im Stadtgebiet präsent und gewährleisten das Versammlungsrecht.“

Nach Informationen unseres Reporters wurden massenhaft Sprüche gerufen wie: „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ und „CSD-Schweine“. Vor dem Hauptbahnhof demonstrieren hunderte Linke gegen den Neonazi-Aufmarsch.

Auffälligkeiten schon bei Ankunft

Wie die Polizei auf X berichtete, zeigten die Teilnehmer der rechtsextremen Kundgebung schon bei der Ankunft „ein versammlungstypisches und teilweise aggressives bzw. militantes Verhalten“. Sie wurden einer Identitätsfeststellung unterzogen und nach gefährlichen Gegenständen durchsucht. 

Behörden reagieren

Laut Polizei untersagten die Behörden aufgrund der Vorkommnisse „Versammlungen, die im Kontext stehen oder als Ersatzveranstaltungen dienen könnten“ für den Samstag im Stadtgebiet.

Zum CSD haben sich nach Angaben der Polizei seit dem Morgen mehrere Tausend Menschen auf dem Augustusplatz versammelt. Die Behörde ist aufgrund der Ereignisse in Bautzen, einer entsprechenden Gefahrenlage und politischen Dimension auf einen Großeinsatz vorbereitet. 

Für den rechten Protest unter dem Motto „stolz, deutsch, national“ im Hauptbahnhof waren ursprünglich bis zu 1.000 Personen angemeldet, der CSD sollte mit seiner großen Demonstration in Hör- und Sichtweite daran vorbeikommen. Zudem sind vom Bündnis „Leipzig nimmt Platz“ mehrere Kundgebungen unter dem Motto „Kein Platz für Nazis“ angemeldet.

Vor einer Woche war der CSD in Bautzen von rechtsextremen Protesten begleitet worden. Die über 1.000 Teilnehmer sahen sich einer Gegendemonstration mit rund 680 Menschen und dem Titel „Gegen Gender-Propaganda und Identitätsverwirrung!!!“ gegenüber. Auch die rechtsextreme Kleinstpartei Freie Sachsen hatte zum Protest aufgerufen - aus Sicherheitsgründen sagten die CSD-Veranstalter die geplante Abschlussparty tags zuvor ab. (mit dpa)