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Corona-Proteste: Ausschreitungen in Bautzen

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Bei Protesten von Gegnern und Kritikern der Coronapolitik in Bautzen ist es am Montagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Laut Polizei wurden Einsatzkräfte „massiv“ mit Pyrotechnik und Glasflaschen angegriffen.

Die Beamten hätten versucht einen Aufzug von etwa 100 Menschen zu stoppen. Dann sei die Situation eskaliert – so ein Polizeisprecher. Daraufhin setzten die Polizisten Reizgas und Schlagstöcke ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Bei den Zusammenstößen zogen sich mehr als zehn Einsatzkräfte Verletzungen zu. Auch 12  Fahrzeuge wurden beschädigt.

Insgesamt seien zwischenzeitlich bis zu 600 Menschen durch die Bautzener Innenstadt gezogen. Darunter offenbar auch Teilnehmer aus dem extremistischen Spektrum. Etwa 195 Teilnehmer konnten gestoppt werden – ihre Identitäten wurden aufgenommen. 23 Strafanzeigen wurden aufgenommen und 183 Ordnungswidrigkeiten wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutz-Verordnung festgestellt.

Die Beamten der Polizeidirektion Görlitz erhielten zudem zeitweise Unterstützung von Kräften der Bereitschaft- und Bundespolizei.

Proteste gab es am Montagabend unter anderem auch in Görlitz, Hoyerswerda, Bischofswerda und Zittau. Hier blieb der Protest überwiegend friedlich. Insgesamt brachten laut Polizei in der Oberlausitz rund 4400 Menschen ihren Unmut über die aktuellen Corona-Regeln zum Ausdruck.

Wegen extrem hoher Infektionszahlen erlaubt die Corona-Verordnung in Sachsen derzeit nur ortsfeste Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern. Gegner der Corona-Politik versuchen seit Wochen diese Regelungen zu unterlaufen, indem sie zu vermeintlichen „Spaziergängen“ aufrufen.