Chemnitzer weisen Neonazis in die Schranken
Mit einer friedlichen Blockade haben die Chemnitzer einen Aufmarsch von Rechtsextremen am Jahrestag der Zerstörung ihrer Stadt gestoppt. Auf der Aufzugsstrecke, die über den Kapellenberg verlief, versammelten sich an die 700 Gegendemonstranten. Die Polizei entschloss sich dazu, die Blockade nicht zu räumen. Die Route der Neonazis wurde daraufhin drastisch verkürzt - sie mussten an der Lützowstraße kehrtmachen und zum Goetheplatz zurücklaufen. Aus Sicht der Polizei verlief der Einsatz bis auf einige kleinere Zwischenfälle weitgehend störungsfrei. Auf dem Neumarkt versammelten sich etwa zur gleichen Zeit rund 1.400 Menschen zu einer Friedenskundgebung. Mit Kerzen gedachten sie der Opfer der Bombardierung und setzten ein deutliches Zeichen für Demokratie und Toleranz. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig freute sich über so viel Bereitschaft, Gesicht für ein friedliches und demokratisches Chemnitz zu zeigen: „Es ist gut zu sehen, dass so viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer ein klares Bekenntnis für Demokratie, Toleranz, ein friedliches Miteinander, für Weltoffenheit und gegen Hass sowie Rechtsextremismus abgegeben haben. Dafür danke ich allen“, so Ludwig. „Besonders stolz macht mich, dass alle Altersgruppen in der Stadt unterwegs waren – um zu erinnern, um zu mahnen und ganz deutlich zu machen, welche Haltung die Menschen in unserer Stadt haben.“ Der Chemnitzer Friedenstag endete mit einem Friedensgottesdienst in der Stadt- und Marktkirche St. Jakobi, an dem Landesbischof Jochen Bohl teilnahm, und dem traditionellen Gedenkgeläut. Der 5. März wird in Chemnitz traditionell als „Friedenstag“ begangen - in Erinnerung an den folgenschwersten Luftangriff der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Das Datum wird seit Jahren auch von Neonazis für sogenannte Trauermärsche missbraucht.