Chemnitzer wehrt sich gegen Pyramiden-Urteil
Nach dem ägyptischen Urteil wegen Diebstahls aus der Cheops-Pyramide hat der beschuldigte Chemnitzer Experimental-Archäologe angebliche neue Fotobeweise vorgelegt. "Sie zeigen, dass die Kartusche schon vorher beschädigt war", sagte uns Dominique Görlitz. Damit wehrt er sich gegen die Anklage, die ihm und anderen Helfern vorwirft, 2013 eine Inschrift im Inneren der Cheops-Pyramide beschädigt zu haben. Görlitz und zwei andere Deutsche waren deshalb am Dienstagabend in Abwesenheit zu je fünf Jahren Haft verurteilt worden. Laut Görlitz stammen die Aufnahmen von dem Geologen und Ägyptologen Robert Schoch von der Boston University und wurden bereits 2006 aufgenommen. Sie weisen demnach die gleichen Beschädigungen auf, welche die ägyptischen Behörden offiziell erst 2013 feststellten. Görlitz hatte im April 2013 gemeinsam mit zwei Kollegen und sechs ägyptischen Helfern Proben aus der Grabkammer entnommen und nach Deutschland gebracht. Diese wurden später an Ägypten zurückgegeben. Die ägyptische Staatsanwaltschaft bezeichnete den Vorgang als Diebstahl, weil eine Genehmigung fehlte."Wir sind immer davon ausgegangen, dass alle Genehmigungen vorlagen", erklärte Görlitz. Der Experimental-Archäologe sieht seine Argumentation auch durch den Pyramidenforscher Robert Bauval gestützt und verwies auf ein am Mittwoch im Internet veröffentlichtes Interview mit dem Experten. Die Beschädigung der Inschrift sei älter, heißt es darin. Görlitz nannte die Anklage und das Urteil "völlig überzogen" und kündigte an, in Berufung zu gehen. "Allerdings möchte ich erst einmal wissen, wie sich das Urteil begründet", so Görlitz. Auch mehrere ägyptische Helfer waren zu je fünf Jahren Haft verurteilt worden.Link zum Video: youtu.be/Olr4Gprm1k0