Chemnitzer Sportforum wird saniert - Stadionturm bleibt
Die Stadt will für die dringend notwendige Sanierung des Sportforums 3,3 Millionen Euro zusätzlich im Haushalt bereitstellen. Auch der eigentlich zum Abriss vorgesehene Marathonturm soll erhalten bleiben und für mehr als zwei Millionen Euro instandgesetzt werden. In dem Gebäude will Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig den Chemnitzer Olympiastützpunkt unterbringen. Eigentlich wollte das Stadtoberhaupt den Turm aus ideologischen Gründen beseitigen lassen - Ludwig hatte das Bauwerk aus den 30er Jahren bisher als Führerturm bezeichnet. Dem widersprachen Denkmalschützer und Historiker - Hitler habe den Turm nie betreten. Auch aus den eigenen Reihen bekam das Stadtoberhaupt heftigen Gegenwind. So sprach Sozialbürgermeister Philip Rochold von einem Denkmal von großem bauhistorischen und baukünstlerischem Wert. Zur Geschichte des Turms ist folgendes bekannt: 1935 wurde der Grundstein für den Umbau der Südkampfbahn zur Großkampfbahn gelegt. Das daraus entstehende Hauptstadion wurde 1935 bis 1938 errichtet. Der Marathonturm wurde als Bestandteil der Gesamtanlage 1938 fertiggestellt.Das 27 m hohe und achtgeschossige Bauwerk ist in monumentalen neoklassizistischen Formen gebaut. Die Segmentbögen und Pfeiler im Sockelbereich sowie der Turm an sich sind Porphyr verkleidet. Die Gesamtplanung und Bauleitung erbrachte das Hochbauamt der Stadt unter Leitung des Stadtbaurates Fred Otto. Es wurden auch Kunsthandwerker an der Gestaltung des Turmes, wie z. B. der Bildhauer Bruno Ziegler, der Steinmetzmeister Hans Diettrich, der Kunstschmied Max Großmann beteiligt. Das Hauptstadion incl. des Turmes wurde 1994 in die Denkmalliste des Freistaates Sachsen aufgenommen.