Chemnitzer setzen Zeichen gegen Rechts
In Markersdorf haben am Abend mehr als 200 Menschen gegen die Eröffnung eines Schulungszentrums der rechtsextremen NPD protestiert. Sie versammelten sich zu einer Mahnwache gegenüber dem Haus auf der Markersdorfer Straße. Mit Plakaten, Transparenten und Sprechchören machten sie deutlich, daß Nazis in Chemnitz nicht willkommen sind. Der Besitzer einer rechten Plattenfirma, der auch Kontakte zur Thüringer Neonazi-Szene haben soll, hatte das Haus im letzten Jahr erworben und umbauen lassen. Die Stadt sieht sich vor dem Hintergrund der bundesweiten Mordserie von Rechtsextremen unter Druck, betont aber, dass es laut Gesetz keine Handhabe gegen den Hausbesitzer gebe. Der Chef einer rechten Plattenfirma gehört zu den einflussreichsten Köpfen der Szene. Er hatte die ehemalige Gaststätte auf der Markersdorfer Straße im letzten Jahr gekauft und umbauen lassen. Natürlich sei der Stadt das NPD-Schulungszentrum ein Dorm im Auge, sagte uns Ordnungsbürgermeister Miko Runkel. Man habe aber keinerlei Möglichkeit gehabt, die Eröffnung des Hauses zu verhindern. Ein Vorkaufsrecht der Stadt für die private Immobilie habe es nicht gegeben, so Runkel weiter. Man habe erst im Nachhinein erfahren, wer das Haus erworben hat und was darin entstehen sollte. Solange sich der Besitzer im Rahmen der erteilten Baugenehmigung bewege, seien den Behörden die Hände gebunden, wehrt Runkel ab.