Chemnitzer setzen Zeichen für Frieden und Toleranz
Auf dem Neumarkt haben sich am Donnerstagabend mehrere hundert Chemnitzer zu einer Friedenskundgebung versammelt. Mit Kerzen gedachten sie der Opfer der Bombardierung vor 70 Jahren und setzten ein deutliches Zeichen für Demokratie und Toleranz. "Ich habe den Traum von meiner Stadt, dass ein tolerantes, neugieriges Miteinander ganz unterschiedlicher Menschen Normalität ist", sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig auf der Kundgebung. Am Morgen hatte Ludwig an der traditionellen Kranzniederlegung auf dem Städtischen Friedhof teilgenommen. Zudem gab es Gottesdienste und Ausstellungen sowie künstlerische und musikalischen Aktionen. Auch Rechtsextreme versuchten, das Datum für ihre Zwecke zu mißbrauchen: die NPD hielt mit Fackeln eine Mahnwache ab. Mehrere hunderte Demonstranten stellten sich den Neonazis am Roten Turm entgegen. Laut Polizei verliefen alle Veranstaltungen ohne Zwischenfälle. Der 5. März wird von der Stadt Chemnitz seit zehn Jahren als „Friedenstag“ begangen - in Erinnerung an den mit mehr als 2.000 Toten folgenschwersten Luftangriff der Alliierten des Zweiten Weltkriegs in der Nacht zum 6. März 1945. Das Datum wurde bereits in der Vergangenheit von Neonazis für sogenannte Trauermärsche missbraucht.