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Chemnitzer setzen friedliche Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz

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Mehr als 4.000 Menschen haben am Abend in der Innen­stadt ein deutli­ches Zeichen gegen Rechts gesetzt. Mit einer Reihe von Veran­stal­tungen protes­tierten sie am Jahrestag der Bombar­die­rung von Chemnitz gegen einen Aufmarsch von etwa 350 Neonazis. Auf sogenannten Friedens­wegen strömten bereits am Nachmittag Tausende mit Kerzen auf den Neumarkt. Bei einer anschlie­ßenden Kundge­bung äußerte sich Oberbür­ger­meis­terin Barbara Ludwig erfreut darüber, dass so viele „ein Zeichen setzen für ein fried­li­ches, weltof­fenes, demokra­ti­sches, buntes Chemnitz - in dem kein Platz ist für Nazis.“ Hinter der Veran­stal­tung stand ein breites Bündnis von Vertre­tern aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Wissen­schaft und Kirchen. Gleich­zeitig setzte sich ein Demons­tra­ti­onszug vom Haupt­bahnhof aus in Bewegung - dort hatte zuvor die Chemnitzer Band Kraft­klub mit einem Gratis-Konzert für Stimmung gesorgt. Der Neonazi-Marsch selbst wurde von lautstarken und fried­li­chen Protesten tausender Gegen­de­mons­tranten begleitet. Die Polizei war mit einem Großauf­gebot im Einsatz und zog am Abend eine postive Bilanz. Das Deeska­la­ti­ons­kon­zept sei aufge­gangen, sagte ein Sprecher. Der Einsatz von insge­samt 2.000 Beamten habe ein direktes Aufein­an­der­treffen und damit Ausein­an­der­set­zungen der Gruppie­rungen verhin­dert. Nur einmal mussten die Beamten Schlag­stöcke und Pfeffer­spray einsetzen - am Berns­bach­platz wollten 150 Gewalt­be­reite die Absper­rung zum Aufzug der Rechten durch­bre­chen. Neben den Ermitt­lungen wegen Verdachts des Landfrie­dens­bruchs nahm die Polizei auch 19 weitere Anzeigen auf - die meisten wegen Verstoßes gegen das Versamm­lungs­ge­setz, je zwei wegen Belei­di­gung und Verstoß gegen das Waffen­ge­setz sowie je eine wegen Körper­ver­let­zung, Wider­stand gegen Vollstre­ckungs­be­amte, Verwenden von Kennzei­chen verfas­sungs­wid­riger Organi­sa­tionen und Sachbe­schä­di­gung an einem Polizei­fahr­zeug. Der 5. März wird von der Stadt Chemnitz seit zehn Jahren als „Friedens­tag“ begangen - in Erinne­rung an den mit mehr als 2.000 Toten folgen­schwersten Luftan­griff der Alliierten des Zweiten Weltkriegs in der Nacht zum 6. März 1945. Das Datum wurde bereits in der Vergan­gen­heit von Neonazis für sogenannte Trauer­mär­sche missbraucht.