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Chemnitzer Schüler protestieren gegen Bildungs­notstand

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An den Schulen unserer Stadt fällt heute Morgen der Unter­richt aus. Diesmal streiken aller­dings nicht die Lehrer, sondern die Schüler gehen auf die Barri­kaden. Mit der Aktion wollen sie auf den aktuten Lehrer­mangel und den den dadurch entste­henden Unter­richts­aus­fall aufmerksam machen. Die Situa­tion hat sich nach Ansicht des Kreis­schü­ler­rates in letzter Zeit zugespitzt - dadurch sei der Abschluss vieler Schüler gefährdet. Die Aktion dauert bis 9 Uhr, danach geht der Unter­richt regulär weiter.Der Kreis­schü­lerrat hat Chemnitzer Schüler und Schüle­rinnen befragt, wie sich die Situa­tion an den jewei­ligen Schulen darstellt. "Die Beschrei­bungen waren zum Teil erschre­ckend." beschreibt Tom Otto, Vorsit­zender des Kreis­schü­ler­rates. "An manchen Schulen wird beispiels­weise der gesamte Englisch­un­ter­richt von einer einzigen Lehrerin durch­ge­führt. Stunden­aus­fälle oder nicht fachge­rechte Vertre­tungs­stunden gehören fast überall zum Alltag "so Otto weiter. Beson­ders betroffen seien Grund­schulen. Dort würden fehlende Grund­schul­lehr­kräfte durch Lehrer von Gymna­sien oder Mittel­schulen ersetzt. Ihnen fehlen jedoch beson­dere Kennt­nisse und die pädago­gi­sche Ausbil­dung im Umgang mit den jungen Schülern, kriti­siert der Kreis­schü­lerrat.Der Sächsi­sche Lehrer­ver­band und der Kreis­el­ternrat unter­stützen die Schüler und ihr Anliegen. „Die Schüler erleben tagtäg­lich den Perso­nal­mangel an ihren Schulen und befürchten zu Recht Nachteile für ihren Bildungs­er­folg“, solida­ri­siert sich Jens Weichelt, Landes­vor­sit­zender des Sächsi­schen Lehrer­ver­bandes, mit den Forde­rungen der Schüler. „Gerade nach der Verab­schie­dung des halbher­zigen ‚Bildungs­pa­kets’ durch die Staats­re­gie­rung kurz vor Weihnachten ist es wichtig, dass Forde­rungen nach besserer Lehrer­aus­stat­tung vor dem Hinter­grund steigender Schüler­zahlen bekräf­tigt werden“, so Weichelt weiter.