Chemnitzer protestieren gegen Naziaufmarsch
Ein breites Bürgerbündnis hat sich heute dem Neonaziaufmarsch in unserer Stadt entgegengestellt. Als gegen 15 Uhr etwa 400 Neonazis loszogen, wurde der Marsch von lautstarken Protesten, Pfiffen und „Nazis raus“ - Rufen begleitet. Unter massivem Polizeischutz marschierte die NPD vom Bahnhof aus über die Georg- und Theaterstraße sowie den Falkeplatz zur Bahnhofstraße.Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Gegendemonstranten. Einsatzkräfte lösten am Tietz gewaltsam eine Sitzblockade auf. Auch unbeteiligte Passanten gerieten zwischen die Fronten und wurden von Polizisten angegriffen. Diese sind offenbar mit der Situation überfordert. Den Einsatzkräften war es nicht gelungen, Nazis und Gegendemonstranten auf Abstand zu halten. Teilweise zog die NDP in unmittelbarer Nähe an den aufgebrachten Chemnitzern vorbei.Das Bürgerbündnis bezeichnete die Sicherheitsmaßnahmen als überzogen. „An so einem Tag sollte man es den Chemnitzern ermöglichen, in die Stadt zu kommen, statt mit Absperrungen abzuschrecken.“ sagte Sprecherin Gabi Engelhardt. Dies sei das falsche Signal. Die Grünen werfen der Polizei sogar vor, die Bürger einzuschüchtern. Chemnitz gedenkt heute mit einem Friedenstag der die Zerstörung der Stadt vor 66 Jahren. Bei dem Angriff englischer und amerikanischer Bomberverbände waren mehr als 2.500 Menschen ums Leben gekommen. Zur Erninnerung an die Bombennacht werden am Abend alle Kirchenglocken der Stadt gemeinsam läuten.