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Chemnitzer Modell bei Fahrgästen immer beliebter

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Immer mehr Menschen nutzen die Bahnen des Chemnitzer Modells. Nach einer Hochrechnung des Verkehrsverbundes ist die Zahl der Fahrgäste im vergangenen Jahr auf 3,5 Millionen gestiegen. Das sind 300.000 mehr als 2017. Mit den Bahnen des Chemnitzer Modells können Passagiere aus der Innenstadt ohne umzusteigen nach Stollberg, Burgstädt, Mittweida oder Hainichen fahren. Dazu werden auch Schienen der Bahn genutzt. Derzeit läuft der Ausbau einer weiteren Linie nach Aue. Sie soll laut Verkehrsverbund im nächsten Jahr in Betrieb gehen. Laut Verkehrsverbund wird mit dem Chemnitzer Modell ein Ballungsraum mit 800.000 Menschen erreicht und so die Attraktivität des ländlichen Raumes erhöht. "Das Chemnitzer Modell ist das Beste, was uns passieren konnte„, meint Projektleiter Matthias Korda, "ich glaube nicht, dass sonst heute noch ein Zug nach Hainichen fahren würde."In Hainichen möchte man die im Stundentakt fahrenden Citylink-Züge nicht missen. Die Direktverbindung vom Bahnhof der 9000-Einwohner-Stadt bis zur Zentralhaltestelle in Chemnitz dauert rund 45 Minuten. "Es wertet unsere Stadt sehr auf. Wir sind ja damit indirekt ein Vorort der drittgrößten ostdeutschen Stadt", sagt Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD). Er sehe nur Vorteile und würde sich allenfalls eine höhere Taktung wünschen. "Ich kann aber so, wie es jetzt ist, gut damit leben." Limbach-Oberfrohna möchte ebenfalls von der direkten Anbindung an Chemnitz profitieren, muss aber noch warten. Die Kreisstadt im Landkreis Zwickau ist derzeit vom Bahnverkehr abgekoppelt. Man habe relativ viele Ein- und Auspendler in die nähere Umgebung, schildert Oberbürgermeister Jesko Vogel (SPD). "Zudem würden wir dadurch wieder eine gute Anbindung an den Hauptbahnhof Chemnitz und damit an den überregionalen Schienenverkehr erreichen", fügt er hinzu. Laut Verkehrsverbund ist die Anbindung von Limbach-Oberfrohna ein Mammutprojekt. 100 Millionen Euro Investitionskosten sind derzeit für den nahezu kompletten Neubau veranschlagt. In diesem Jahr könnten die Planungen aufgenommen und frühestens 2025 erste Abschnitte in Betrieb genommen werden. Derzeit würde das Augenmerk auf Trassensicherung liege, erklärt Korda. Oberbürgermeister Vogel rechnet mit einem Zehn-Jahres-Zeitraum, bis der erste Zug seine Stadt erreicht. Bei der Stadtentwicklung werde das Chemnitzer Modell berücksichtigt. Dies betreffe Flächen für die Haltepunkte, aber auch Parkplätze und Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder, "damit das Umsteigen komfortabel wird". (mit dpa)