Chemnitzer Messer-Angriff wird zum Politikum
Aktenzeichen Drs 8/1265 - drei Buchstaben und fünf Zahlen, die den Messer-Angriff in Schloßchemnitz zum Politikum machen. Ein Tunesier (35) hatte am 14. Januar seine deutsche Ehefrau (45) im Bauchbereich schwer verletzt. Radio Chemnitz berichtete.
Jetzt stellte Juliane Nagel, die Landtagsabgeordnete der LINKEN aus Leipzig, zu diesem Fall eine kleine Anfrage (Drs 8/1265), die Innenminister Armin Schuster (CDU) bis zum 18. Februar beantworten muss. Der Titel: „Potenzieller versuchter Feminizid am 14.01.2025 in Chemnitz“.
Motiv Frauenfeindlichkeit?
Die Politikerin möchte wissen, ob es für die Tat ein frauenfeindliches Motiv gibt und ob es im Vorfeld Anzeigen des Opfers gegen den Angreifer gegen hätte.
Juliane Nagel: „Vor dem Hintergrund der dramatischen Lage möchte ich nachfragen, ob der Vorfall vom 14. Januar in Chemnitz von den Ermittlungsbehörden – also der Polizei und der Staatsanwaltschaft – ausreichend auf ein mögliches frauenfeindliches Motiv hin untersucht wird.“
Der Stand der Ermittlung
Aktuell ist bekannt, dass der Tunesier zunächst mit dem Sohn seiner Frau stritt, sie dann mit dem Messer verletzte. Bei der Festnahme leistete er Widerstand, konnte überwältigt werden. Nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft wurde der 35-Jährige auf freien Fuß gesetzt, weil keine Haftgründe vorliegen würden.
„Gewalt gegen Frauen ist in Deutschland und auch in Sachsen ein ernstzunehmendes und schwerwiegendes Problem“, sagt Juliane Nagel. „Laut Lagebild des Bundeskriminalamts für 2024 wird in Deutschland fast täglich eine Frau von ihrem Partner ermordet.“
Deshalb fragt die Politikerin jetzt beim Innenminister nach, ob es Anzeigen der Frau gegen den Tatverdächtigen gibt und ob Maßnahmen, wie beispielsweise Polizeistreifen, zum Schutz des Opfers ergriffen wurden.