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Chemnitzer Linken-Chefin kritisiert: Jährlich sterben 100.000 Labor-Tiere

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Die Linke im Sächsischen Landtag kritisiert die Zahl der Tierversuche im Freistaat und fordert Alternativen. „Auch in Sachsen werden Jahr für Jahr Versuche an Tausenden Tieren durchgeführt“, sagte Partei- und Fraktionsvorsitzende Susanne Schaper aus Chemnitz. Wissenschaftler gingen davon aus, dass sich Ergebnisse auf den Menschen übertragen ließen. Doch die Faktenlage zeige, dass die wissenschaftliche Aussagekraft von Tierversuchen zweifelhaft sei und das Ausmaß an Tierleid ethisch nicht gerechtfertigt werden könne.

Linke fordern mehr Transparenz und Verbandsklagerecht

„Das gilt erst recht im Zeitalter von Hightech-Forschungsmethoden wie KI-gestützter Software. Die Staatsregierung muss dafür sorgen, dass die Zahl der Versuchstiere abnimmt“, so Schaper. Tierversuche sollten nur dann zulässig sein, wenn sie unverzichtbar sind.
Nötig seien mehr Transparenz bei Tierversuchen sowie ein Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine, -verbände und -stiftungen. Alternativmethoden gelte es weiterzuentwickeln. Öffentliche Gelder sollten bevorzugt an Forschungseinrichtungen gehen, die alternative Methoden anwenden.

Mehr als 100.000 gezüchtete Tiere als überflüssig getötet

Der 24. April wird als Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche begangen. Schaper fragt regelmäßig im Landtag nach Zahlen für Sachsen – auch nach sogenannten Überschusstieren. Das sind Tiere, die für wissenschaftliche Zwecke gezüchtet wurden, dann aber keine Verwendung fanden. Nach Angaben des Sozialministeriums wurden 2023 rund 109.000 solcher Tiere in Sachsen getötet. Dabei handelt es sich in der Regel um Nagetiere wie Mäuse und Ratten.

„Wir fordern ein bundesweites gesetzliches Verbot von Tierversuchen, die mit schweren und langanhaltenden Schmerzen und Leiden für Tiere verbunden sind oder medizinisch nicht notwendig beziehungsweise vollständig ersetzbar sind“, sagte Schaper, die auch die Fraktion der LINKEN im Chemnitzer Stadtrat anführt. (mit dpa)