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Chemnitzer führt Grünen-Fraktion im Landtag

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Der Grünen-Landes­vor­sit­zende Volkmar Zschocke führt auch die Fraktion im neuen sächsi­schen Landtag. Die acht Abgeord­neten bestimmten den Chemnitzer am Dienstag bei ihrer konsti­tu­ie­renden Sitzung mit sechs Ja-Stimmen bei zwei Enthal­tungen zum neuen Frakti­ons­chef. Der 45-jährige löst Antje Hermenau ab, die vor dem Hinter­grund der partei­in­ternen Querelen um eine mögliche schwarz-grüne Koali­tion nach zwei Legis­la­tur­pe­ri­oden auf eine erneute Kandi­datur verzichtet hatte. Als der gelernte Werkzeug­ma­cher Volkmar Zschocke die Grünen in seiner Heimat­stadt mit aus der Taufe hob, hieß Chemnitz noch Karl-Marx-Stadt. Schlag­wörter wie Frieden, Gerech­tig­keit und die Bewah­rung der Schöp­fung führten ihn in die Politik. "Als 17-Jähriger waren für mich die Briefe vom Christ­li­chen Friedens­se­minar Königs­walde der erste Einstieg in die politi­sche Ausein­an­der­set­zung mit diesen Themen", sagte Zschocke, als er sich im Januar 2010 für den Posten des Landes­vor­stands­spre­chers bewarb und schlie­ß­lich gewählt wurde. Soziales Engage­ment hatte er schon zuvor zu seinem Beruf gemacht. Nach dem Fall der Mauer studierte Zschocke berufs­be­glei­tend Soziale Arbeit in Dresden. Bis 1999 war er als Diplom-Sozial­ar­beiter in der Straf­fäl­li­gen­hilfe tätig. Von da an leitete er fünf Jahre lang die Geschäfts­stelle der Grünen-Stadt­rats­frak­tion in Chemnitz. Mit dem Landtag kam er erstmals 2005 als Mitar­beiter des Abgeord­neten Johannes Lichdi in Berüh­rung. Nach seiner Zeit als Kommu­nal­po­li­tiker will Zschocke nun landes­weit "grüne Politik in Sachsen mit der Lebens­wirk­lich­keit der Menschen vor Ort verknüpfen".