• Foto: Redaktion

Chemnitzer FC will rechtlich gegen Gedenkminute vorgehen

Zuletzt aktualisiert:

Der Chemnitzer FC will rechtlich gegen die Gedenkminute vor dem Heimspiel am vergangenen Samstag vorgehen. Insolvenzverwalter Klaus Siemon hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, wie der Club am Montag mitteilte. Vor dem Heimspiel gab es eine Schweigeminute samt großem Transparent auf der Südtribüne für einen verstorbenen Mitbegründer der Hooligan-Szene. Es soll geklärt werden, wie es dazu kam, so Siemon. Offenbar hatten die Mitarbeiter Ausschreitungen befürchtet.

Dies ist die Pressemitteilung im Wortlaut:

Die Chemnitzer FC Fußball GmbH erstattet auf Grund der Vorkommnisse vom Samstag, den 9.3.2019, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen aller in Betracht kommenden Delikte. Der CFC hat die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz am Montagmorgen eingereicht und sagt den Ermittlungsbehörden seine vollständige Unterstützung zu.
„Der Ablauf zum Heimspiel gegen VSG Altglienicke weicht soweit von unserem Sicherheitskonzept und den Vorfestlegungen und Absprachen zur Durchführung eines Spiels in der Regionalliga ab, dass es zu klären gilt, wie dies geschehen konnte“, erklärte Klaus Siemon, Insolvenzverwalter des Chemnitzer FC e.V.
„Nach Aussagen der zuständigen Mitarbeiter ´drohten massive Ausschreitungen´. Dieser Umstand begründet zumindest den Anfangsverdacht für eine schwerwiegende Nötigung, der von den zuständigen Ermittlungsbehörden aufzuklären ist. In der Sache ist damit ein schwerer Landfriedensbruch gemäß Paragraph 125 StGB angedroht worden, was für die Verantwortlichen des CFC nicht hinnehmbar ist“, so Siemon weiter.
Dabei soll geklärt werden, wie es geschehen konnte, dass auf der Südtribüne die Verwendung der sonst üblichen Fahnen von bis zu 99 Fanclubs unterbunden wurde, diese Fahnen zum Teil offenbar abgehängt wurden und eine sonst nicht übliche Choreografie durchgeführt wurde, an der sich eine solche Vielzahl von Personen beteiligt hat.
Inzwischen liegen Erkenntnisse darüber vor, dass einschlägig bekannte Personen aus der rechtsextremen Szene für diesen Tag aus anderen Städten nach Chemnitz und Sachsen gereist sind.
Die Chemnitzer FC Fußball GmbH, Ihre Gesellschafter und Sponsoren sowie der Insolvenzverwalter als Vertreter des Chemnitzer FC e.V. distanzieren sich in entschiedenster Form von den Ereignissen. Diese wenden sich gegen jede Form von Rechtsradikalismus und sind nicht bereit, vor diesen Ideologien zurück zu weichen und den Fußball in Chemnitz aufzugeben.

Unterdessen hat der Club die CFC-Fanbeauftragte und SPD-Stadträtin Peggy Schellenberger von ihren Aufgaben entbunden. Außerdem ist Olaf Kadner nicht mehr Stadionsprecher. Das teilte die CFC-Führung am Montagmmittag mit.