Chemnitz setzt Zeichen für den Frieden
Chemnitz hat am Samstag mit einem Friedenstag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gedacht. Es gab zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen, Ausstellungen und Musik. In diesem Jahr stand der Friedenstag auch unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges. Mit einer Kundgebung auf dem Markt setzten die Einwohner Stadt am Abend ein Zeichen für den Frieden und bekundeten gleichzeitig ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Eiskunstlauf-Weltmeisterin Aljona Savchenko, die selbst Ukrainerin ist, wandte sich mit einer bewegenden Videobotschaft an die Chemnitzer und bedankte sich für die überwältigende Hilfe der Menschen.
„Diese Nacht im Zweiten Weltkrieg veränderte für immer das Gesicht unserer Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner“, sagte der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD). Heute gehe es vor allem darum, Lehren aus der Vergangenheit für das Zusammenleben heute zu ziehen. „Ein friedliches Miteinander der Gesellschaft beginnt mit ehrlicher, aber auch wertschätzender Sprache, mit Respekt voreinander. Hass und Hetze - egal gegen wen - sind nie der richtige Weg. Weder in unserer Stadt noch darüber hinaus.“
Am 5. März 1945 hatten englische und amerikanische Bomberverbände Chemnitz in Schutt und Asche gelegt. Die Hauptangriffswelle wurde von knapp 690 Flugzeugen geflogen. Zwischen 21:37 Uhr und 22:08 Uhr warfen sie zielgenau über Chemnitz zunächst mehr als 400 Luftminen ab. Es folgten 860 Tonnen Brandbomben und schließlich mehr als 1.000 Tonnen Sprengbomben.
Die Stadt ging in einem Flammeninferno unter. Mehr als 2.000 Menschen verloren bei dem Angriff ihr Leben. An das Datum wird alljährlich mit einem Friedenstag erinnert.
Mehrere Demonstrationen am Nachmittag
Am Nachmittag hatte es mehrere Demonstrationen in der Innenstadt gegeben. Unter anderem waren die Freien Sachsen mit rund 1.500 Teilnehmern über die Bahnhofstraße gezogen. An einer Friedendsdemo des DGB beteiligten sich ebenfalls rund 1.500 Menschen. Die Polizei war unter anderem mit Wasserwerfern und Räumpanzern präsent, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.
An der Straße der Nationen setzte die Polizei am Abend 29 Autonome fest, die Böller gezündet und versucht hatten, zur Kundgebung der Freien Sachsen am Bahnhofsvorplatz zu kommen. Die Einsatzkräfte stellten unter anderem Reizgas und einen Teleskopschlagstock sicher. Gegen die Linken wird jetzt wegen Landfriedensbruchs ermittelt.


