Chemnitz setzt ein Zeichen für den Frieden
Mit einem Friedenstag haben die Chemnitzer an die Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg erinnert und gleichzeitig ein Zeichen für Demokratie und Toleranz gesetzt. „Sich bewusst und selbstbewusst zu erinnern, das ist eine Frage der Menschlichkeit, es ist das Fundament unserer Verantwortung für Gegenwart und Zukunft“ sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Morgen bei der Kranzniederlegung am Mahnmal für die Bombenopfer des 5. März auf dem Städtischen Friedhof.Die traditionellen Friedenswege führten nach Andachten in vier Chemnitzer Kirchen auf verschiedenen Routen zur zentralen Veranstaltung auf dem Neumarkt. Diese stand in diesem Jahr unter dem Titel „Damals - mein Land vor dem Krieg“. Die Aktion C hatte für den Friedenstag erneut Plakate und Banner für das Rathaus und die Galerie Roter Turm gestaltet. Daran beteiligt haben sich in diesem Jahr auch Schülergruppen aus der Chemnitzer Partnerstadt Usti nad Labem sowie aus Dresden. Bereits um 11 Uhr eröffnete auf dem Neumarkt das Chemnitzer Friedenskreuz, bei dem die Chemnitzerinnen und Chemnitzer ihre Friedenswünsche artikulieren konnten. Den ganzen Nachmittag über spielten Musikgruppen, u. a. aus Tansania, Eritrea und Afghanistan am Friedenskreuz. Auch das Bündnis Chemnitz Nazifrei hatte Veranstaltungen organisiert. Gemeinsam mit der Chemnitzer Wirtschaftsförderung sowie dem DGB Südwestsachsen gab es am Karl-Marx-Monument das Konzert „Willkommen am Kopp“ mit dem Rapper „Fatoni“ und „BRKN“. Anschließend startete eine Demo gegen Rechts, an der sich rund 500 Menschen beteiligten. Der Protestzug führte von der Brückenstraße aus über den Sonnenberg bis zur alternativen Szene-Kneipe „Lokomov“ an der Augustusburger Straße. Mit der Demo wollte das Bündnis Chemnitz Nazifrei auf die rechten Strukturen auf dem Sonnenberg aufmerksam machen. Der Chemnitzer Friedenstag endet am Abend mit einem Friedensgottesdienst in der Jakobikirche und dem traditionellen Gedenkgeläut der Chemnitzer Kirchen.