Chemnitz setzt ein Zeichen für den Frieden
Mit einem Friedenstag haben die Chemnitzer am 5. März an die Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg erinnert und gleichzeitig ein Zeichen für Demokratie und Toleranz gesetzt. Den Auftakt bildete am Vormittag eine Kranzniederlegung auf dem Städtischen Friedhof. Dabei haben Vertreter der Stadt, darunter Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, der Opfer der Bombardierung gedacht. Das Programm wurde von der Annenschule gestaltet.Unmittelbar vor der offiziellen Veranstaltung wollte auch der Stadtverband der AfD einen Kranz niederlegen. Die Gruppe wurde von der Polizei allerdings nicht auf den Friedhof gelassen. Seitens der Stadt gab es Befürchtungen, dass sie das Gedenken stören würde. Die AfD durfte ihren Kranz im Anschluss an die Veranstaltung niederlegen. Ihr wurde auch angeboten, sich am offiziellen Gedenken zu beteiligen. Die AfD spricht in diesem Zusammenhang trotzdem von Willkür. Vor dem Friedhof gab es heftige Diskussionen mit dem Ordnungsamt und der Polizei. Allerdings ist die Stadt durchaus im Recht. In der Friedhofsordnung heißt es: "Totengedenkfeiern (Versammlungen) sind vorher bei der Stadt Chemnitz zur Zustimmung anzumelden."Die zentrale Veranstaltung zum Chemnitzer Friedenstag fand am Abend auf dem Neumarkt statt. Das Programm wurde unter anderem von der Robert-Schumann-Philharmonie gestaltet. Zuvor starteten um 17 Uhr an mehreren Chemnitzer Kirchen wieder die sogenannten Friedenswege. Mehr zum Programm am Friedenstag gibt es hier. Am 5. März 1945 hatten englische und amerikanische Bomberverbände Chemnitz in Schutt und Asche gelegt. Die Hauptangriffswelle wurde von knapp 690 Flugzeugen geflogen. Zwischen 21:37 Uhr und 22:08 Uhr warfen sie zielgenau über Chemnitz zunächst mehr als 400 Luftminen ab. Es folgten 860 Tonnen Brandbomben und schließlich mehr als 1.000 Tonnen Sprengbomben. Die Stadt ging in einem Flammeninferno unter. Mehr als 2.000 Menschen verloren bei dem Angriff ihr Leben. An das Datum wird alljährlich mit einem Friedenstag erinnert.