Chemnitz plant eine Ausstellung zum NSU
In einer multimedialen Wanderausstellung will die Stadt Chemnitz die Auswirkungen der rechtsextremen Terrorgruppe NSU auf die Gesellschaft und die Stadt beleuchten. Dazu wurde eine Förderung von bis zu 100.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ ausgeschrieben. Bewerbungsunterlagen könnten bis 12. Februar eingereicht werden, teilte die Stadt am Freitag mit.
Die Ausstellung solle individuelle Schicksale der Opfer des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) darstellen, das kriminelle Vorgehen der Täter beleuchten und Aussagen „zur Dimension des Wirkens des NSU bis in die Gegenwart“ enthalten, hieß es. In diesem Jahr jährt sich das Auffliegen der Gruppe zum zehnten Mal.
In Chemnitz hatten die NSU-Terroristen aus Jena nach ihrem Untertauchen rund zwei Jahre gelebt. Hier begann im Dezember 1998 auch die Überfallserie von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Das Duo hatte damals die Kappel-Kaufhalle an der Stollberger Straße überfallen und 30.000 D-Mark erbeutet. Auf der Flucht wurden sie von einem 16-Jährigen verfolgt. Die Räuber schossen auf den Jugendlichen - die Kugeln verfehlten aber ihr Ziel. Sie konnten durch später gefundene Patronenhülsen den Neonazi-Terroristen Mundlos und Bönhardt zugeordnet werden.
Am 4. November 2011 waren die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt tot aufgefunden wurden. Im Anschluss daran wurde die Mordserie bekannt: Der NSU hatte acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin ermordet.