++ EIL ++

Chemnitz macht mobil – aber mit Verzug

Zuletzt aktualisiert:

Die Planungen begannen mit einem Stadtratsbeschluss 2018, die Ausschreibungen liefen ab 2020 – und den ersten Fördermittelbescheid über 6,4 Millionen Euro überreichte noch der inzwischen ausrangierte Verkehrsminister Martin Dulig. Jetzt ist man sich im Rathaus und beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) einig: Die Arbeiten für die neue Straßenbahnlinie nach Limbach-Oberfrohna starten im nächsten Jahr.

Kulturhauptstadt als Bremsklotz

Einen festen Termin gibt es zwar noch nicht, aber ein Baubeginn im ersten Halbjahr gilt als realistisch. Voraussetzung ist allerdings der Planfeststellungsbeschluss – und der steht noch aus. Gearbeitet werden soll dann an zwei Stellen gleichzeitig: am Falkeplatz und an der Kreuzung Brückenstraße/Mühlenstraße. Ursprünglich war der Start für 2024 vorgesehen. Doch im Jahr der Kulturhauptstadt wollte man keine Großbaustelle mitten im Zentrum haben.

Mit einer Fertigstellung der Strecke sei daher erst nach 2030 zu rechnen. Solche Projekte brauchen Zeit – und Geld. Rund  22 Millionen Euro legt der Freistaat zunächst auf die Gleise. Insgesamt wird mit einer dreistelligen Millionensumme gerechnet. 75 Prozent soll der Bund übernehmen, den Rest teilen sich der Land, Chemnitz und der VMS.

Auch die Zeisigwald-Bahn rückt näher

Eine weitere Straßenbahnlinie ist ebenfalls in Planung. SIe soll einmal von der Straße der Nationen über die August-Bebel-Straße an der Sachsen-Allee und dem CFC-Stadion vorbei und dann über die Heinrich-Schütz-Straße bis zum Zeisigwald-Krankenhaus führen. Bevor es konkret wird, muss vermessen werden. Zwischen August und Oktober sollen die Techniker losziehen. Die Stadt weist darauf hin, dass Grundstückseigentümer gesetzlich verpflichtet sind, den Zugang zu ermöglichen. Einen Zeitplan gibt es auch hier noch nicht.