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Chemnitz erinnert an Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg

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Chemnitz gedenkt heute der Zerstö­rung der Stadt vor 69 Jahren. Am 5. März 1945 war fast die gesamte Innen­stadt durch engli­sche und ameri­ka­ni­sche Bomben­an­griffe zerstört worden. Mehr als 2.500 Menschen kamen dabei ums Leben. Damit zahlte Chemnitz wie andere deutsche Städte einen hohen Preis für den von den Nazis angezet­telten Zweiten Weltkrieg. Weil auch in diesem Jahr wieder Rechts­ex­treme den Gedenktag für ihre Zwecke missbrau­chen wollen, hat ein breites Bündnis zum fried­li­chen Protest aufge­rufen. So gibt es zum Beispiel eine Demo mit Chemnitzer Bands und DJs, die wie in den Vorjahren am Haupt­bahnhof startet. Zentrale Aktion ist eine Friedens­kund­ge­bung, die um 18 Uhr auf dem Neumarkt beginnt. Zuvor sind die Chemnitzer aufge­rufen, sich an den sogenannten Friedens­wegen zu betei­ligen. Sie starten um 17 Uhr an insge­samt fünf Kirchen und führen direkt zum Rathaus. Als beson­deres Zeichen der Erinne­rung wird zudem auf dem Neumarkt wieder das begeh­bare Friedens­kreuz aufge­stellt. Die Wände können die Chemnitzer mit ihren ganz persön­li­chen Friedens­wün­schen beschriften. Am Abend gibt es einen Gedenk­got­tes­dienst in der Jakobi­kirche, anschlie­ßend läuten alle Kirchen­glo­cken der Stadt gemeinsam. Am 5. März 1945 hatten alliierte Bomber­ver­bände fast die gesamte Innen­stadt in Schutt und Asche gelegt. Die Haupt­an­griffs­welle wurde von 683 Flugzeugen der Typen Lancaster und Halifax geflogen; zwischen 21.37 und 22.08 Uhr warfen sie zielgenau zunächst 413 Luftminen mit rund 800 Tonnen ab und dann 859 Tonnen Brand­bomben und schlie­ß­lich 1.112 Tonnen Spreng­bomben. Die Chemnitzer Innen­stadt ging in einem Flammen­in­ferno unter. Die Polizei ist heute mit einem Großauf­gebot im Einsatz, will sich aber zurück­halten. Um Konflikte zu vermeiden, sind auch wieder sogenannte Deeska­la­ti­ons­be­amte im Einsatz.