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  • Chemnitz will für Abwasser-Projekte 2026 Kredite von bis zu 45,7 Millionen Euro aufnehmen. Das Geld fließt in Kanäle, Kläranlage und weitere Infrastruktur.

Chemnitz braucht Millionen-Kredit für das Abwasser-Netz

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Wegen des angespannten Haushalts muss Chemnitz für viele geplante Investitionen Kredite aufnehmen. Davon ist auch der Entsorgungsbetrieb ESC betroffen.

Die Sanierung des Chemnitzer Abwasser-Netzes kostet mehr, als die Stadt aus eigener Kraft stemmen kann. Deshalb soll der ESC ermächtigt werden, in diesem Jahr einen Sonderkredit aufzunehmen. Vorgesehen ist ein KfW-Darlehen von maximal rund 44,7 Millionen Euro. Falls es am freien Kapitalmarkt günstigere Angebote gibt, kann der Entsorgungsbetrieb alternativ Kommunaldarlehen von bis zu rund 45,7 Millionen Euro nutzen.

Abwasser-Projekte kosten rund 60 Millionen Euro

Insgesamt stehen im Investitionsplan für die Abwasserentsorgung in diesem Jahr rund 60,2 Millionen Euro. Davon sollen etwa 14,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln bezahlt werden. Der Rest soll über Kredite laufen. Die Landesdirektion Sachsen hatte die Kreditermächtigung bereits im Januar genehmigt. Nächste Woche soll der Ausschuss für Eigenbetriebe, Umwelt und Sicherheit dafür grünes Licht geben.

Das Geld ist für abwassertechnische Investitionen gedacht. Dazu gehören nicht nur Kanäle unter den Straßen. Auch Anschlussleitungen, Regenüberläufe, Pumpwerke und die zentrale Kläranlage zählen dazu.

Alte Kanäle, teure Baustellen

Der Sanierungsbedarf ist groß. Allein beim Kanalnetz geht die Stadt weiter von rund 150 Millionen Euro aus. Viele Anlagen sind alt, beschädigt oder müssen an neue Anforderungen angepasst werden.

Zu den größeren Vorhaben gehört der Scheibenbachkanal im Bereich Bahngelände Hilbersdorf. Dort liegen die aktuellen Plankosten für 2026 bei rund 4,5 Millionen Euro. Zusätzlich ist eine Verpflichtungsermächtigung von rund 4,2 Millionen Euro vorgesehen. In der Vorlage wird auf spezielle Bauleistungen und aufwendige organisatorische Vorbereitungen verwiesen.

Auch die Guerickestraße gehört zu den größeren Projekten. Dort ist der Mischwasserkanal stark beschädigt. Genannt werden unter anderem Risse, Wurzeleinwuchs, Rohrbrüche und sichtbare Hohlräume. Die Gesamtkosten liegen bei rund 2,3 Millionen Euro.

Neue Maßnahmen im Plan

Weitere größere Projekte betreffen die Markersdorfer Straße zwischen Südring und Wolgograder Allee sowie die Rödenteichstraße. Für die Markersdorfer Straße sind rund 1,4 Millionen Euro eingeplant. In der Rödenteichstraße geht es um einen alten Mischwasserkanal aus dem Jahr 1930. Dort wurden unter anderem Rohrbrüche, ausgespülte Rohrsohlen, Wurzeleinwuchs und Hohlräume festgestellt. Die Kosten liegen bei rund 1,3 Millionen Euro.

Auch in der Andréstraße und in der Chopinstraße stehen Sanierungen an. In der Andréstraße stammen Teile der Mischwasserkanalisation aus den 1920er Jahren. Für den ersten Bauabschnitt sind rund 1,2 Millionen Euro vorgesehen. In der Chopinstraße geht es um einen Kanal aus den Jahren 1915 und 1930. Dort sind rund 818.000 Euro eingeplant.

Für Chemnitz heißt das: Das Geld fließt in ein großes Paket aus vielen Einzelbaustellen. Sichtbar wird es später an mehreren Stellen der Stadt. Mal als aufgerissene Straße. Mal als Arbeiten an alten Kanälen. Und meistens dort, wo das Problem liegt: unter der Erde.