Chemnitz bildet eigene Erzieher aus

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Um den steigenden Personalbedarf zu decken, bildet die Stadt Chemnitz jetzt auch eigene Erzieher aus. Die ersten zehn Azubis haben am Mittwoch ihren Vertrag unterzeichnet, es sind neun Frauen und ein Mann. Anders als üblich wechseln sie während der Ausbildung regelmäßig zwischen Schule und Praxis. Dabei kommen sie auch schon in Krippe, Kita und Hort zum Einsatz, um Erfahrungen zu sammeln.

Damit die künftigen Fachkräfte auch in Chemnitz bleiben, ist von Anfang an eine Entlohnung nach Tarif geplant. Allen Auszubildenden zahlt die Stadt Chemnitz ein Ausbildungsentgelt zwischen 1.190 Euro im 1. Ausbildungsjahr und bis 1.353 Euro im 4. Ausbildungsjahr.

„Bisher handelte es sich bei der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern um eine rein schulische Ausbildung, die mindesten fünf Jahre dauert bis man formal als Erzieherin oder Erzieher gilt" erklärt Finanzbürgermeister Sven Schulze. "Dabei gibt es über die gesamte Zeit keine Ausbildungsvergütung. Stattdessen muss Schulgeld gezahlt werden. Das ist nicht zeitgemäß und nicht attraktiv für die jungen Menschen. Vor allem aber ist es keine Wertschätzung gegenüber diesen jungen Menschen, die später so viel Verantwortung tragen werden“, so Schulze weiter.

Um frühzeitig auf Engpässe bei den Erziehern hinwirken zu können, wurde im letzten Jahr vom Stadtrat beschlossen, ein Modellprojekt der Erzieherausbildung über die Stadt Chemnitz zu prüfen. Der vorgelegten Konzeption folgten die Stadträte noch im gleichen Jahr, sodass zunächst zehn Auszubildende mit Ausbildungsbeginn 31. August 2020 eingestellt werden konnten. Sollte sich das Pilotprojekt bewähren, erfolgen weitere Einstellungen in den kommenden Jahren.