Chemnitz bereitet sich auf Notbremse vor
Mit der vom Bund beschlossen einheitlichen Notbremse treten auch in Chemnitz weitreichende Einschränkungen in Kraft. Viele Geschäfte müssen schon ab Samstag wieder schließen, dazu gehören auch Baumärkte. Auch Click & Meet wird nicht mehr erlaubt, es darf nur noch bestellte Ware abgeholt werden.
Das sorgt vielerorts für Verwirrung, denn niemand weiß genau, was das für Baumärkte mit Gartensortiment bedeutet. Nach Informationen der Landesregierung dürfen die Gartenabteilungen der Baumärkte geöffnet bleiben. Der Rest des Sortiments muss abgesperrt werden. In anderen Regionen von Sachsen mit niedriger Inzidenz bleibt Click & Meet in Baumärkten erlaubt, so zum Beispiel in Leipzig. Dort lag die Inzidenz am Freitagmorgen bei 121.
Ausgenommen von Schließungen bleiben nach Angaben der Stadt der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Zeitungsverkäufer, Buchhandlungen, Blumenläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte und Gartenmärkte. Auch der Markt am Rathaus bleibt geöffnet. Auch der Tierpark und der Botanische Garten bleiben im Außenbereich geöffnet. Die Bibliotheken bieten wie bisher auch Click & Collect an.
Private Haushalte dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahren, die zum Haushalt gehören. Außerdem tritt eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. Sie soll ab 22 Uhr gelten. Bis 5 Uhr morgens dürfen Personen dann die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück nicht mehr verlassen. Joggen und Spaziergänge alleine bleiben bis Mitternacht erlaubt.
Die Schulen in der Stadt bleiben ab Montag geschlossen. Eine Ausnahme bilden die Abschlussklassen, dazu gehören jetzt auch die 4. Klassen der Grundschulen. Für alle anderen Kinder soll es eine Notbetreuung geben. Auf der Webseite der Stadt findet sich eine Übersicht mit den Regelungen in Bezug auf die verschiedenen Inzidenzwerte. Auch Fragen zur Notbetreuung werden beantwortet.
Der Freistaat Sachsen hat eine Übersicht über die anspruchsberechtigten beruflichen Tätigkeiten veröffentlicht.
Die von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Änderungen am Infektionsschutzgesetz sorgen auch in Chemnitz für massive Kritik. Handwerkskammerpräsident Frank Wagner wirft der Politik Planlosigkeit vor. Betriebe und Familien müssten das jetzt ausbaden. Nach über einem Jahr Pandemie hätten die Praxiserfahrungen vor Ort mehr Gehör finden sollen, so Wagner weiter. Stattdessen werde an starren Inzidenzwerten festgehalten. Für die Wirtschaft sei das eine große Belastung. Denn viele Mitarbeiter müssten aufgrund fehlender Kinderbetreuung jetzt wieder zu Hause bleiben.
Das neue Bundesinfektions-Schutzgesetz ist eine Bankrotterklärung für den Breitensport. Das sagt der Landessportbund Sachsen und verweist auf die gravierenden Folgen. Mit undurchsichtigen Regelungen werde jahrelanges Engagement zermürbt und für die Zukunft nachhaltig geschwächt, heißt es in einem Statement. Sachsen hatte bisher kontaktlosen Gruppensport im Freien mit maximal 20 Teilnehmern unter 18 Jahren erlaubt. Nun soll nur noch kontaktloser Individualsport allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt bleiben.
