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CFC mit gedämpfter Freude vor DFB-Pokal

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Der Chemnitzer FC spielt im DFB-Pokal in neun Wochen gegen den FC Bayern München. Nur wer gegen die Stars auflaufen wird, ist derzeit völlig unklar. Wenigs­tens der Name des Trainers soll nun bald benannt werden. Carlo Ancelotti verlebt gerade nach Lage der Dinge einen entspannten Urlaub. Darin dürfte auch die Auslo­sung für die erste Runde des DFB-Pokals nichts geändert haben. Ancelottis FC Bayern München muss im August, eine Woche vor dem Bundes­liga-Punkt­spiel­start, beim Dritt­li­gisten Chemnitzer FC antreten. Für den Bayern-Trainer kein Grund, nervös zu werden. Denn weder er noch sonst wer weiß im Augen­blick, gegen wen man da eigent­lich auflaufen wird. Die derzeit Angestellten beim Chemnitzer FC und die Fans jubelten bei Bekannt­gabe des Pokal-Gegners, alle sprachen von einem Traumlos. Ist es ja auch, vor allem für den Schatz­meister. Geschätzte 160 000 Euro Antritts­gage, dazu ein proppe­volles Stadion an der Gellert­straße verheißen dem wirtschaft­lich überaus klammen Verein dringend benötigte Einnahmen. „Vielleicht hat es der Fußball-Gott nach der schweren Zeit einfach gut gemeint mit uns“, sagte der neue Sport­vor­stand Steffen Ziffert. Rein sport­lich aber könnte es ein Desaster geben. Denn momentan hat man in Chemnitz keine wettbe­werbstaug­liche Mannschaft zusammen. Nicht einmal einen Trainer. Sven Köhler lehnte zu Saison­ende eine Vertrags­ver­län­ge­rung ab. Er verab­schie­dete sich mit dem 2:1-Sachsen­pokal-Erfolg gegen den 1. FC Lok Leipzig von seinem Stamm­verein. Ein Nachfolger soll an diesem Mittwoch präsen­tiert werden. Begrün­dung: Man musste erst auf den positiven Lizenz­be­scheid durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) warten. Der kam am vergan­genen Freitag. Die Spieler hingen wegen der offenen Fragen um die Zukunft des Vereins und in welcher Liga man starten würde in der Luft. Und suchten sich deshalb Alter­na­tiven. Tim Danne­berg, Philip Türpitz, Berkay Dabanli, Dennis Mast, Fabian Stenzel, Stefano Cincotta, Pierre Klein­heider, Björn Jopek und wohl auch Anton Fink verlassen den Club. Neun mehr oder weniger bewährte Stamm­kräfte. Adäquater Ersatz wurde bislang nicht verpflichtet. Ledig­lich die Rückkehr des nach Meusel­witz ausge­lie­henen Alexander Dartsch steht auf der Haben­seite. Es gibt also viel zu tun für Ziffert in den nächsten Tagen und Wochen. Der hofft, dass allein das Pokallos FC Bayern den ein oder anderen namhaften Spieler dazu ermutigt, seine Unter­schrift unter einen CFC-Vertrag zu setzen. Das man schon eine schlag­starke Truppe zum Trainings­start beisammen hat, ist wohl eher unwahr­schein­lich. Aber selbst der Tag der Wieder­auf­nahme der Arbeit auf dem Fußball­platz ist noch ungewiss. Ziffert sieht es noch gelassen: „Es sind sehr viele Spieler auf dem Markt. Ich bekomme täglich 20 bis 25 Angebote.“ Für ihn steht das Grund­ge­rüst der Mannschaft mit erfah­renen Spielern wie Daniel Frahn, Julius Reinhardt, Marc Endres oder Dennis Grote. Mit einem am Dienstag veröf­fent­lichten State­ment auf der CFC-Homepage warb Ziffert um Vertrauen. „Trotz des Aufat­mens spüre ich, dass im Moment eine gewisse Unruhe im Umfeld, bei unseren Fans, Mitglie­dern und Sponsoren bei sport­li­chen Themen zu verspüren ist, da der Verein bisher nur Spieler-Abgänge vermeldet hat“, schrieb er. Trotz des Aderlasses hat Ziffert einen klaren Stand­punkt: „Wir müssen und wollen einen Neuan­fang starten. Und diesen Neuan­fang möchten wir nur mit Spielern bestreiten, die sich auch zu 100% mit ihrer Aufgabe beim CFC identi­fi­zieren“, betonte Ziffert und fügte an: „Die Spieler, die das nicht mehr können oder wollen, die sich hier in Chemnitz nicht mehr wohlfühlen, werden wir nicht aufhalten.“ Beim FC Bayern dürfte man das Geschehen in Chemnitz nur beiläufig verfolgen. Angst kommt deswegen keine auf. Und genau das könnte die einzige Chance für den CFC sein. „Es wird für jeden Gegner eklig sein, in Chemnitz antreten zu müssen“, warnte Ziffert. Die Bayern-Stars der Vergan­gen­heit mussten schon die schmerz­liche Erfah­rung machen, wie es ist, wenn man einen Gegner unter­schätzt. Siehe Vesten­bergs­greuth im August 1994... (dpa)