CFC erstattet Anzeige bei der Polizei
Nach dem Fan-Eklat im Auswärtsspiel beim FC Bayern München II haben die Verantwortlichen des Chemnitzer FC Anzeige bei der Polizei erstattet. Das teilte der Club am Montag mit. Anhänger des sächsischen Fußball-Drittligisten hatten nach Angaben des Vereins Geschäftsführer Thomas Sobotzik am Samstag als „Judensau“ beschimpft. Darüber hinaus sei es zu weiteren rassistischen Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber Chemnitzer Verantwortlichen und Spielern gekommen.
Darüber hinaus teilte der CFC mit, dass er das vom Deutschen Fußball-Bund aufgenommene Ermittlungsverfahren nach Kräften unterstützen und an der Aufarbeitung des Sachverhalts mitwirken wird. Ob der Verein weitere Sanktionen gegen einzelne Personen verhängen wird, ist laut CFC-Pressesprecher Steffen Wunderlich noch offen.
Mit der Unterstützung des entlassenen Daniel Frahn wehrt sich der Chemnitzer FC gegen Teile der eigenen Fans und deren rassistisch-antisemitischen Entgleisungen. Frahn behielt sich in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit seiner Entlassung Anfang August rechtliche Schritte vor. „Diese unzumutbaren Äußerungen von Teilen des Fan-Anhangs, bei denen Spieler und Verantwortliche beleidigt, rassistisch oder antisemitisch verunglimpft werden, sind vollkommen inakzeptabel - diese Personen gehören vom Verein ausgeschlossen“, schrieb Frahn am Montag in einem Facebook-Eintrag.
Während des 2:2 in München hatten CFC-Anhänger nach Angaben des Clubs Geschäftsführer Thomas Sobotzik beschimpft und sich mit dem gekündigten Stürmer Frahn solidarisiert. Es sollen Worte „Thomas Sobotzik, du Judensau“ und „Daniel Frahn ist wenigstens kein Neger“ gefallen sein. Dies habe auch Frahn durch Berichte von ehemaligen Mitspielern erfahren, wie er auf Facebook schrieb. „Ein absoluter Tiefschlag, den ich mit großer Bestürzung wahrgenommen habe, war der Ausspruch meines Namens im Zusammenhang mit einer rassistischen Beleidigung“, schrieb Frahn: „An dieser Stelle distanziere ich mich ganz klar von solchen Äußerungen und werde mir strafrechtliche Schritte vorbehalten, sollte mein Name weiterhin in Zusammenhang mit rechtsradikalen Beleidigungen verwendet werden.“
Der CFC hatte Frahn Anfang August wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene gekündigt. Dagegen hat der 32-Jährige vor dem Arbeitsgericht Chemnitz geklagt. Ein erster Gütetermin soll Mitte September stattfinden. Nach einem früheren Vorfall hatte Frahn bereits betont, er sei „kein Nazi“. (dpa)