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CFC atmet auf - Stadt macht neue Zugeständnisse

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Der Chemnitzer FC darf das Stadion an der Gellertstraße auch im Fall eines Aufstiegs weiterhin zu den Konditionen der vierten Liga nutzen. Das hat am Mittwoch der Stadtrat beschlossen. Die Pacht könnte in der 3. Liga eigentlich erhöht werden. Die Stadt greift dem insolventen Verein aber erneut unter die Arme und verzichtet auf Geld, das ihr eigentlich zusteht.Im Gegenzug verpflichtet sich der CFC, das Nachwuchsleistungszentrum zu erhalten. Dort herrscht bereits seit Tagen Unruhe, weil Insolvenzverwalter Klaus Siemon zwei Trainer entlassen hat. Es habe unterschiedliche Meinungen gegeben, begründete Siemon seine Entscheidung vor den Stadträten. Dass der CFC auch wieder die Namenrechte des Stadions vermarkten darf, lehnten die Stadträte ab. Darum soll sich weiterhin die GGG als kommunale Tochter kümmern. Stadträte kritisieren Rathausspitze Vor der Abstimmung gab es eine hitzige und lange Debatte. Dabei sparten die Stadträte nicht mit Kritik an der Verwaltung und auch an der Oberbürgermeisterin. Der gesamte Stadionbau sei von Anfang an eine fehlerhafte Konstruktion gewesen, wetterte Almut Patt von der CDU. Sie verweigerte ihre Zustimmung. „Wir sind treuhänderischer Verwalter für das Vermögen, die erarbeitete Wirtschaftsleistung der Chemnitzerinnen und Chemnitzer. Mehrfach wurde gesagt, dies sei das letzte Mal. Dies wir es auch in Zukunft nicht sein. Der CFC wird wieder um finanzielle Unterstützung vom Verein bitten.“SPD-Fraktionschef Detlef Müller kritisierte die fehlende Transparenz. Wenn es um den CFC gehe, werde der Stadtrat immer vor alternativlose Entscheidungen gestellt. Dies werde vermutlich auch in Zukunft so weiter gehen. Auch die Informationspolitik sei mangelhaft. Hier müsse man mehr auf Augenhöhe kommunizieren. Insolvenzverwalter dankt Stadtrat   „Dieser Tag ist geprägt von großer Dankbarkeit" sagte Insolvenzverwalter Klaus Siemon nach dem Beschluss. "Wir bedanken uns noch einmal bei den Verantwortlichen der Stadt Chemnitz für die offenen und stets konstruktiven Gespräche. Der Entscheid über die Stadionmiete bringt uns in unseren Planungen für die Zukunft weiter voran“, erklärte Siemon weiter. "Zum Thema Vermarktung des Stadionnamens sind wir allerdings enttäuscht" betont der Insolvenzverwalter. "Da hatten uns einen anderen Beschluss gewünscht. Die eigenständige Vermarktung des Stadionnamens wäre ein wichtiger Teil zur wirtschaftlichen Gesundung des Chemnitzer FC gewesen. Hier werden wir weitere Gespräche führen müssen.„Wirtschaft greift CFC unter die Arme In der Debatte um die CFC-Finanzkrise hat Insolvenzverwalter Klaus Siemon auch erstmals Angaben zur finanziellen Entwicklung der neuen Fußball GmbH gemacht. Demnach konnten durch Investoren aus der heimischen Wirtschaft inzwischen Einnahmen von knapp einer Million Euro erzielt werden. Nach Angaben von Siemon haben die Unternehmen jeweils einen einprozentigen Anteil im Wert von 100.000 Euro erworben. Trotzdem bestehe weiter ein Defizit, sagte der Insolvenzverwalter im Stadtrat. Man hoffe aber, die Lücke durch weitere Sponsoren schließen zu können.