Blockadeversuch bei Flüchtlingstransport nach Einsiedel
In Einsiedel haben Gegner der Erstaufnahmeeinrichtung vergeblich versucht, den Einzug der ersten Flüchtlingsfamilien zu verhindern. Sie blockierten die Zufahrtsstraße, als am Dienstag 40 Asylbewerber in das ehemalige Pionierlager gebracht werden sollten. Als die Demonstranten die Straße nicht freiwillig räumten, wurden sie nach Angaben der Polizei zum Teil weggetragen. Auf einem Plakat hieß es unter anderem "Einsiedel sagt Nein". Die Versammlung löste sich schließlich am späten Nachmittag ohne weitere Vorkommnisse auf. Die Polizei bewertete die Lage als ruhig. Die Einrichtung werde aber in den kommenden Stunden und Tagen aufgrund ihrer „herausragenden Bedeutung“ weiter im Auge behalten, sagte der Einsatzleiter. Die Unterkunftsgegner hätten bereits in der Vergangenheit viel Ausdauer bewiesen, daher sei die Polizei weiter in Alarmbereitschaft. Gegen die Nutzung des ehemaligen Pionierlagers in dem Chemnitzer Stadtteil, der überwiegend dörflich geprägt ist, gibt es seit Herbst Proteste. Laut Landesdirektion handelt es sich bei den ersten Bewohnern des Flüchtlingsheims ausschließlich um Familien mit Kindern aus Syrien und Afghanistan. Nach Angaben der Behörde ist das Gebäudeensemble aus DDR-Zeiten besonders gut für Familien geeignet, da diese in den 17 Herbergshäusern separat untergebracht werden könnten. Die Einrichtung wird vom Deutschen Roten Kreuz betreut.