Bewährungsstrafe für Unfallfahrer von der Dresdner Straße
Der 21-Jährige, der auf der Dresdner Straße im Vollrausch eine junge Frau tot gefahren hat, ist zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht blieb damit deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft - die hatte eine mehrjährige Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Auch der Vertreter der Nebenklage hätte den Raser lieber hinter Gitter gesehen. „Leute wie sie gehören in einen Bus und nicht hinter das Steuer eines Fahrzeugs“ sagte der Anwalt der Familie des Opfers. Der 21-Jährige hatte die Radfahrerin im April vergangenen Jahres in Höhe der Fürstenstraße mit seinem Wartburg gerammt und war einfach weitergefahren. Die junge Frau starb kurze Zeit später nach einer Not-OP im Krankenhaus. Nach Aussage des Gutachters hatte der Mann zum Unfallzeitpunkt zwischen 1,6 und 2,0 Promille Alkohol intus. Er wurde wenige Minuten später von der Polizei zu Hause in Neukirchen festgenommen. Bis dorthin war er noch mit seinem völlig demolierten Wartburg gefahren. Von dem Unfall selbst, bei dem die rechte Seite des Autos massiv beschädigt sowie die Windschutzscheibe eingedrückt wurde, will er nichts mitbekommen haben. Ärzte stellten bei ihm ein Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität sowie eine zentrale Fehlhörigkeit fest. Den Führerschein hatte er erst ein knappes halbes Jahr zuvor bestanden, und das auch erst, nachdem er die Theorie mehrmals wiederholt hatte. In der Verhandlung entschuldigte sich der junge Mann für seine Tat. Es sei ein Fehler gewesen, betrunken ins Auto zu steigen. Den emotionsgeladenen Prozess am Amtsgericht verfolgten viele Angehörige und Freunde des Opfers. Die Ergotherapeutin war an jenem Morgen auf dem Weg zur Arbeit. An der Unfallstelle erinnern bis heute ein Bild sowie Blumen und Kerzen an die Getötete.