Beraterhonorar für Gunzenhauser in der Kritik
Für das Gunzenhauser-Museum am Falkeplatz hat die Stadt ein millionenschweres Beraterhonorar gezahlt. Das geht aus der Antwort auf eine Ratsanfrage der Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP hervor. Der Kunstsammler und Namensgeber des Museums, Alfred Gunzenhauser hatte seine Sammlung der Stadt gestiftet. Bis zu seinem Tod erhielt er jährlich ein Beraterhonorar von 130.000 Euro von der Kommune. Seit 2004 kamen so rund 1,4 Millionen Euro zusammen. Die CDU-FDP-Fraktionsgemeinschaft bezweifelt, dass es dafür tatsächlich jedes Jahr Gegenleistungen gab, die diese Summe rechtfertigen. Im Rathaus sieht man das anders. Die Beratungsleistungen seien umfänglich gewesen und hätten sich unter anderem auf die jährlichen Ausstellungsvorhaben und die Bestandsverwaltung verteilt, so Kulturbürgermeister Rochold. In seiner Antwort heißt es wörtlich: "Es konnten intensive Recherchen im Archiv der Galerie zu verschiedensten Kunstwerken erfolgen. Herr Gunzenhauser unterstützte das Museum mit dem Heraussuchen von Expertisen, Ektachromen etc. oder auch mit Provenienzrecherchen. Er beriet das Museum im Kontext zu den jeweiligen Ausstellungen und bei Leihanfragen. Ebenso erfolgten zahlreiche fachliche und künstlerische Hinweise zur Vorbereitung der etwaigen Ausstellungen. Auch die zeitintensive Bearbeitung weiterer Schenkungen an die Stiftung zur Überführung in das Museum Gunzenhauser war Bestandteil seiner Beratungsleistungen." Bei der CDU-FDP-Fraktion will man sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben. "Hier hätte ich präzisere Angaben erwartet, zumal es bei diesen Ausgaben um Steuergelder geht" zeigte sich Stadtrat Alexander Haentjens verwundert. Der Beratervertrag mit Gunzenhauser endete vergangenes Jahr mit dem Tod des Kunstsammlers, das Geld steht jetzt für andere Ausgaben bereit. Auf Antrag der rot-rot-grünen Koalition wurde es bei der Haushaltssitzung im Stadtrat bereits auf verschiedene Projekte verteilt.