Bautzener Sporthauschefin erreicht Ladenöffnung mit cleverer Idee

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Vielen Händlern und Gewerbetreibenden seht das Wasser bis zum Hals. Sie dürfen ihre Geschäfte nicht öffnen, also Kunden bedienen. Corona-Hilfen fließen zäh. Die Rücklagen sind aufgezehrt. Verzweiflung hat sich breit gemacht – auch bei Margita Timm.

In ihrer Not kam die Inhaberin des gleichnamigen Sporthauses in Bautzen auf eine Idee. Sie rief ihr Team zusammen und fragte: "Wir räumen um, nehmen Lebensmittel, Getränke und Drogerieartikel rein. Was haltet ihr davon?".

 Die Mitarbeiter – viele von ihnen wochenlang in Kurzarbeit – zögerten nicht lange. Regale wurden aufgestellt, Flächen abgesteckt. Margita Timm stellte Antrag beim Gewerbeamt und bekam auch grünes Licht für den – wie ihr Mann sagt – „Lebensmittel-Getränke-Drogeriemarkt mit angeschlossener Sportartikelabteilung“. 

Dann  rief  sie Produzenten aus der Region an. Ein paar Tage später kamen die ersten Waren: Bautzener Bier, Sprudel aus Oppach, Gartenlimonade oder Puddingpulver aus Großpostwitz, Grillkohle, Küchentücher und Klopapier. Bautzener Senf und Kekse aus Großröhrsdorf ergänzen demnächst das Sortiment zwischen Laufschuhen und Trainingsanzügen. "Wir wollen eine Vielzahl von regionalen Produkten anbieten."

Über 50 Prozent der Verkaufsfläche sind dafür reserviert. Das ist die Bedingung, dass Timm das Sporthaus regulär öffnen kann. Die Kunden greifen gerne zu – wie dieses Ehepaar, dass Bier und Puddingpulver im Korb hat. "Wir würden noch mehr kaufen, wenn wir kriegen würden."

Über 400 der rund 8.000 Lebensmittel- und Drogerieartikel sind im Sporthaus Timm schon über den Kassentresen gegangen. Und nach der Corona-Pandemie, wenn wieder überall regulär geöffnet werden darf,  was wird dann mit dem kleinen Markt? "Ich kann mir vorstellen, dass einige regionale Produkte dauerhaft im Geschäft bleiben werden."

Die Inhaberin des Bautzener Sporthauses  sucht noch regionale Produzenten, die das Sortiment des kleinen  Lebensmittel-Drogerie-Marktes bereichern.

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Reporter Knut-Michael Kunoth