Baukosten in Chemnitz explodieren
Die enorm gestiegenen Preise in der Baubranche zwingen die Stadt Chemnitz zum Handeln. Weil bei 18 Projekten die Kosten explodiert sind, muss die Verwaltung insgesamt 31 Millionen Euro nachschießen. Darüber haben am Dienstag Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und die zuständigen Bürgermeister informiert.
Um kein Projekt zu gefährden, soll im aktuellen Doppelhaushalt umgeschichtet werden. Im September soll der Stadtrat die Umverteilung der Gelder im Haushalt beschließen. Teurer werden demnach unter anderem die geplante Oberschule an der Vettersstraße (+10,8 Millionen Euro, die Kunstturnhalle im Sportforum (+1,5 Millionen Euro) und die neue Grundschule auf dem südlichen Sonnenberg (+5,7 Millionen Euro).
Die Preissteigerung will die Stadt aus eigenen Mitteln abfangen, weil eine im Chemnitzer Westen geplante Oberschule jetzt doch nicht mehr benötigt wird. Neuesten Prognosen zufolge werden die Kinder, die größtenteils in den Randgebieten von Chemnitz wohnen, von Schulen aus dem Umland aufgenommen. Das betrifft zum Beispiel Limbach-Oberfrohna oder Lichtenau.
Von den gestiegenen Baupreisen sind auch die städtischen Veranstaltungszentren betroffen. So wird der Erweiterungsbau der Stadthalle zum Kongresszentrum mehr als zwei Millionen Euro teurer als erwartet. Geschäftsführer Ralf Schulze hat deshalb das geplante Weihnachtssingen im Stadion an der Gellertstraße abgesagt. Die Kosten für die Veranstaltung sind zu hoch, heißt es zur Begründung. Eigentlich wollten im Dezember unter anderem das Studio WM gemeinsam mit den Chemnitzern Weihnachtslieder im Stadion anstimmen.
Den Großteil der entstandenen Mehrkosten will die Stadt übernehmen, die Veranstaltungszentren müssen aber auch kürzer treten. „Die entstandene Budgetlücke zwingt die C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren dazu, auf große, zusätzliche Eigenveranstaltungen mit hohen Anlaufkosten zu verzichten“ sagte Ralf Schulze am Dienstag. „Wir bedauern die Absage des Weihnachtssingens, sind aber zuversichtlich, dass wir diese Veranstaltung in den kommenden Jahren neu planen können.“, so der Geschäftsführer.
Gleichzeitig wird auch die Premiere der TASTE IT ausgesetzt. Das Festival der Geschmacksfreunde, welches im November 2019 in der Messe Chemnitz geplant war, wird nicht stattfinden und auf unbestimmte Zeit verschoben. „Grundsätzlich haben wir großen Zuspruch und viele positive Rückmeldungen zum neuen Veranstaltungskonzept erhalten. Leider konnten wir in Summe nicht genügend Resonanz seitens der Aussteller erzeugen, um unserem Qualitätsanspruch gerecht zu werden und den Besuchern ein breites Geschmackserlebnis bieten zu können.“, begründet Prokurist André Rehn die Entscheidung des Unternehmens. „Wir verschieben unsere Aktivitäten und nehmen uns Zeit, im Team die Ausrichtung des Konzeptes zu überdenken und weiterzuentwickeln.“